Die EU ändert ihre Einreisebestimmungen. Für manchen Airport ist das ein Klacks. Doch die Kanarischen Inseln agieren ohnehin bereits am Limit. Entsprechend wird befürchtet, dass dort der Einreise-Prozess bald zusammenbrechen könnte.
Hintergrund ist die Forderung, dass Reisende aus Nicht-EU-Staaten bald biometrische Daten hinterlassen müssen. Dazu gehören ein Foto und Fingerabdrücke. Die Kanaren gehören zu den Lieblingszielen vieler Briten. Und die sind seit dem Brexit nicht mehr Teil der EU.
Die Einreise für Urlauber aus Großbritannien sorgt seit Monaten für Schlagzeilen. Immer wieder bilden sich schon jetzt lange Warteschlangen. Durch die Änderung könnten sie sich bald potenzieren. Ab wann genau und was Experten dazu sagen:
Neue EU-Einreisebestimmungen könnten Kanaren-Airport ans Limit bringen
Die Neuerung gilt bereits ab dem 12. Oktober. Und damit bleibt kaum Zeit, um die bisherigen Probleme restlos zu lösen. Durch die Neuregelung müssen Reisende aus dem Königreich und anderen Drittstaaten bald möglicherweise noch länger warten.
Der Geschäftsführer des Verbands der Reisebüros und Reiseveranstalter der Kanarischen Inseln, Francesco Delli-Paoli, zeigt sich zur grundsätzlichen Entscheidung zunächst zufrieden. „Durch die Einführung dieser Scanner an den Flughäfen der Kanarischen Inseln gewinnt das Reiseziel an Sicherheit und kann als modernes, zukunftsorientiertes Reiseziel beworben werden.“
Allerdings mahnt der Touristiker, dass Info-Kampagnen wichtig würden. Man müsse britische Kunden aufklären. Andernfalls würde mit falschen Erwartungen angereist. „Wir unterstützen die Maßnahme, befürchten aber, dass der Umsetzungsprozess zu einer Verschlechterung des Reiseziels führen wird.“
Mit anderen Worten: Die Wartezeiten werden sich verlängern und das wird zu Frust führen, denn: „Was heute nur das Abgeben eines Reisepasses und das Warten auf einen Stempel ist, wird zu einem 30- bis 40-sekündigen Gesichtserkennungsprozess.“
Ein Blick auf die summierte Wartezeit zeigt das Problem: Im vergangenen Jahr kamen rund sechs Millionen Touristen allein aus UK auf die Kanarischen Inseln. Selbst wenn es bei der geringeren Wartezeit bliebe, summiert sich diese zu drei Millionen Minuten Ansteh-Zeit – oder umgerechnet zu knapp 35 Tagen.
Hoteliers befürchten Flughafen-Chaos und Frust bei Kanaren-Urlaubern
José María Mañaricúa ist Präsident der Hoteliers auf den östlichen Kanaren-Inseln. Er sagt: „Der Schlüssel wird darin liegen, wie gut die Flughäfen der Kanarischen Inseln auf das Inkrafttreten dieser Maßnahme vorbereitet sind.“ Dabei schwingt ein Unterton mit. Denn schon in der Vergangenheit, weit vor der Verlängerung der Einreise, kritisierte der Hotel-Vertreter den viel zu langen Prozess.
Großbritannien ist für die Kanarischen Inseln der mit Abstand wichtigste Markt. Geraten die Inseln dort erneut negativ in die Schlagzeilen, könnte das die Branche nachhaltig treffen. Die Experten sind sich daher trotz verschiedener Sichtweisen in einem Punkt einig: Die Kanaren benötigen mehr Personal, um die Einreise so reibungslos wie irgend möglich zu gestalten.
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Neue EU-Regel: Kanaren befürchten Einreise-Kollaps an Flughäfen
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