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Chancenlose Kanaren? Zwei von drei Arbeitern denken an Auswanderung

Nur eine Minderheit der Arbeitnehmenden auf den Kanaren sieht dauerhaft gute Chancen. Entsprechend viele Menschen denken an eine Abwanderung.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Ein Weggang als Chance? Während immer mehr Menschen dauerhaft auf die Kanaren auswandern, denken zwei von drei Arbeitern darüber nach, den genau gegenteiligen Weg zu gehen. Das geht aus einem Bericht mit dem sperrigen Namen „Intergenerationelle Arbeitsperspektiven“ hervor.

Demnach haben nur 34,1 Prozent der kanarischen Arbeiter noch nie an einen Weggang gedacht. Das sind deutlich mehr als im Rest Spaniens. Auch dort war die Zufriedenheit in der Vergangenheit flächendeckend höher. Die Kanaren schneiden dennoch bemerkenswert schlecht ab.

Die Inseln stellen ohnehin einen Sonderfall dar. Auf den Kanaren ist vielen Arbeitern die Chance auf Beförderung völlig egal. Für sie zählen andere Werte:

Der Arbeitsmarkt auf den Kanaren ticket anders

Als Gründe für die Unzufriedenheit werden vor allem eine hohe Quote bei befristeten Verträgen und eine zu hohe Fluktuation in den Jobs genannt. Mehr als jeder zweite Arbeitnehmende gibt Arbeitsplatzsicherheit als wichtigstes Kriterium für die Zufriedenheit bei einer Stelle an. Und die sei auf den Kanaren nicht besonders hoch.

Chancen zum internen Aufstieg sind auf den Kanarischen Inseln hingegen kaum ausschlaggebend. Nur 3,4 Prozent der Befragten möchte schnell befördert werden. Die große Mehrheit bevorzugt dagegen eine klare Struktur und verbleibt gern im gewählten Job – wenn dafür etwas anderes stimmt:

Arbeitsmarkt der Kanaren zu unsicher?

Denn zusätzlich zur Sicherheit ist das Gehalt entscheidend: Spanienweit nennen es sechs von zehn Arbeitern als Hauptgrund für die Arbeitssuche im Ausland. Und durch die niedrigeren Löhne auf den Kanaren ist die Situation dort noch prekärer.

Hinzu kommt, dass besonders junge Menschen gern internationale Erfahrung sammeln möchten. Etwa jeder zweite junge Kanario gibt eine Auslandserfahrung als Grund für Abwanderunsgedanken an. Diese Quote sinkt mit zunehmendem Alter und geht dort direkt in höhere Gehaltsvorstellungen über.

Die Unzufriedenheit mit dem Arbeitsmarkt macht die Kanarischen Inseln so zum Gebiet mit dem höchsten Risiko der Talentabwanderung. Denn laut Bericht ist die Hauptursache für die Unzufriedenheit ein strukturelles Problem am Arbeitsmarkt. Junge Talente könnten also schnell in andere Regionen des Landes oder der Welt entschwinden.

Kanaren brauchen höhere Gehälter und bessere Verträge

Laut Bericht können junge Talente nur auf den Kanarischen Inseln gehalten werden, wenn die Stabilität und die Gehälter erhöht würden. Dazu muss jedoch in Forschung investiert und das Stichwort „Work-Life-Balance“ entdämonisiert werden.

Während diese Erkenntnisse auf das ganze Land angewendet werden können, sei es auf den Kanaren besonders dringend, schließt der Bricht. Denn hinzu kommt, dass die Jugendarbeitslosigkeit dort so hoch ist, dass viele potenzielle Arbeitnehmende bereits vor dem ersten festen Job eine Chancenlosigkeit verspüren.


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Über den Autor

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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