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Kanaren: Stagnation bei Armut – kein Auto und nur ein Paar gute Schuhe

Viele Menschen auf den Kanaren leben am Existenzlimit. Das zeigt der aktuelle Armutsbericht. Stagnation gilt darin als negatives Signal.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 1 Leserkommentare bei Teneriffa News

Jeder zweite Kanario kann sich unvorhergesehene Ausgaben nicht mehr leisten. Muss zu Hause etwas ausgetauscht werden oder geht beispielsweise das Auto kaputt, kommt das einem existenziellen Problem gleich. Das zeigt der jährliche Armutsbericht für die Kanarischen Inseln.

Demnach stagniert der Archipel bei der Armutsquote. Denn laut den Daten ist „über die Runden kommen“ bereits ein positives Signal. Echte Armut betrifft demnach ein Drittel der Einwohner auf den Kanarischen Inseln. Und dieser Wert verharrte exakt auf dem Stand des Vorjahres.

Seit dem Ende der globalen Pandemie besserten sich erstmals die Zahlen nicht. Die Stagnation ist damit kein positives Signal, sondern wird als Rückschritt gedeutet. Und der hat Auswirkungen auf das Leben der Einheimischen auf den Kanarischen Inseln:

Kanaren: Armut bedroht die Gesellschaft

Unter anderem das spanische Statistikamt INE erhebt die Daten zu den Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Demnach werden unvorhergesehene Ausgaben für 49,8 Prozent der Befragten zur existenziellen Herausforderung. Zum Vergleich: Spanienweit liegt dieser Wert bei 36,4 Prozent, also bei gut einem Drittel der Befragten.

Auf den Kanaren kommt das dem Wert nahe, der die Anzahl der Menschen widerspiegelt, die bereits einen Schritt weiter unten auf der sozialen Leiter stehen und von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen sind.

Positiv betrachtet können vier von zehn Kanarios mindestens eine Woche pro Jahr in den Urlaub fahren. Etwa jeder Zehnte kann sich dagegen nur tageweise eine Mahlzeit mit Fleisch oder Fisch leisten. Spanienweit ist dieser Wert gerade einmal halb so groß.

Kanaren: Kein Auto und nur ein Paar gute Schuhe

Die Debatte über Armut und Autos erhitzt regelmäßig die Gemüter. Auf der einen Seite wird darauf verwiesen, dass ein eigenes Fahrzeug teuer sei und es ein gutes Bus-Netz gebe. Auf der anderen Seite ist Wohnraum dort erschwinglich, wo Zerstreuung herrscht und es keine gute Anbindung gibt.

Viele, gerade arme Menschen, sind daher auf ein einfaches eigenes Fahrzeug angewiesen, um pünktlich zu Schichtdiensten zu erscheinen. 7,7 Prozent der Befragten können sich aktuell unter keinen Umständen den Unterhalt für ein einfaches gebrauchtes Fahrzeug leisten.

Neun von 100 Einwohnern müssen auch verschlissene Kleidung weiter auftragen, da ein Ersatz aus finanziellen Gründen nicht infrage kommt. Jeder zweite davon hat nur ein Paar Schuhe in gutem bis akzeptablem Zustand.

Die Kanarischen Inseln konnten damit im vergangenen Jahr keine Verbesserung bei der Armutsbekämpfung erreichen. Mit 31,2 Prozent der Gesellschaft, die unterhalb der offiziellen Armutsgrenze leben, ist der Archipel damit einer der gesellschaftlichen Verlierer Spaniens.


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Kanaren: Stagnation bei Armut – kein Auto und nur ein Paar gute Schuhe

wurde geschrieben von:

Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

Diskussion

Leserkommentare zu:

Kanaren: Stagnation bei Armut – kein Auto und nur ein Paar gute Schuhe


  1. Wolfgang Kempe schrieb am

    Das ist eine Schande,auf der einen Seite protziger Reichtum und auf der anderen Seite Armut, meine Frau ist zurück nach Deutschland und hat sehr gute Kleidung hinter lassen die keiner haben will.ich habe beim Roten Kreuz angefragt kein Interesse,im Ayotomiento kein Interesse,,kleiderentsorgung gibt es nicht in den Hausmüll möchte ich nicht

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