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Kanaren-Arbeitslosigkeit sinkt: Regierung feiert, Wirtschaft fordert

Die Kanaren verzeichnen einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Regierung sieht Fortschritte, doch die Wirtschaft fordert Reformen.

Von Juan Martín – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 1 Leserkommentare bei Teneriffa News

Die Regierung der Kanarischen Inseln hat im August eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit verzeichnet. Die Arbeitslosenzahl sank um 873 Personen im Vergleich zum Juli, was die Gesamtzahl der Arbeitslosen auf 150.215 senkte.

Das ist der niedrigste Stand seit Januar 2008. Isabel de León, stellvertretende Arbeitsministerin, betonte, dass seit Beginn der Legislaturperiode die Arbeitslosigkeit um mehr als 22.000 Personen gesunken sei. Seit dem vergangenen Jahr seien außerdem 12.830 Menschen auf den Inseln mehr in Lohn und Brot.

De León hob hervor, dass der Rückgang besonders den über 45-Jährigen zugutekomme. Diese Gruppe sei zuvor von hoher Arbeitslosigkeit betroffen gewesen. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen verringerte sich im vergangenen Jahr um mehr als 6000 Personen. Dennoch ist nicht jeder zufrieden:

Kanaren: Arbeitslosigkeit sinkt

Die Regierung wolle weiterhin auf aktive Arbeitsmarktpolitik setzen, die sich auf Ausbildung und Qualifizierung konzentriere, um die Integration aller Bevölkerungsgruppen in den Arbeitsmarkt zu verbessern.

Die CEOE Teneriffa wies derweil darauf hin, dass trotz der positiven Entwicklung im August der Arbeitsmarkt auf den Inseln weiterhin von einem „Ökosystem voller Reibungen“ geprägt sei. Die Arbeitgeberorganisation kritisierte strukturelle Probleme wie die Diskrepanz zwischen Ausbildungsangebot und tatsächlicher Nachfrage, eine Arbeitsausfallquote von mehr als neun Prozent, administrative Hürden bei der Einstellung und einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum, der die Besetzung von Stellen erschwere.

Arbeitsmarkt auf Teneriffa vor Herausforderungen

Die Organisation forderte eine Reformagenda, um die Mängel zu beheben, mit effektiveren aktiven Politiken, einer besseren Verbindung zwischen Bildungssystem und Arbeitsmarkt, der Reduzierung regulatorischer Belastungen und einem Wohnungsbauplan, der die Mobilität auf dem Arbeitsmarkt wiederherstellt.

Der Präsident der Handelskammer von Santa Cruz de Tenerife, Santiago Sesé, forderte, dass jede Änderung am Arbeitsmarkt die wirtschaftliche Realität der Inseln berücksichtigen müsse, die von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt sei. Er warnte, dass die geplante Erhöhung des Mindestlohns im Jahr 2026, zusammen mit der Verkürzung der Arbeitszeit, die Existenz vieler Unternehmen gefährden und die Beschäftigungssituation verschlechtern könnte.

Sesé mahnte, dass diese Maßnahmen, in Verbindung mit dem Mangel an Arbeitskräften, höhere Betriebskosten verursachen und das Gegenteil des gewünschten Effekts haben könnten, nämlich den Verlust von Arbeitsplätzen. Daher forderte er einen datenbasierten Dialog, der sicherstellt, dass Fortschritte bei den Arbeitsrechten mit der Fähigkeit der Unternehmen, stabile und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen, vereinbar sind.

Während die Politik die Entwicklung am Arbeitsmarkt der Kanaren feiert, bleiben Arbeitgebervertreter derzeit weiter vorsichtig.


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Über den Autor

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Juan Martín

Juan Martín ist Journalist bei Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zu Hause und kennt sich dort bestens aus. Zum Autorenprofil von Juan Martín.

Diskussion

Leserkommentare zu:

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  1. Marlis Zoschke schrieb am

    Angeblich hat Teneriffa eine Arbeitslosenquote von „nur“ 11,45 Prozent. Für die Regierung ist das ein Grund zum Feiern? Bei Millionen von Touristen, die jährlich kommen und auch Millionen ins Land bringen, dürfte es kaum Arbeitslose geben. Sicher gibt es aber zu viele Arbeitslose, die auch nicht in der Gastronomie zu gebrauchen sind. Ich denke nur an die Rechenkünste. Dazu kommt dann noch die Mañana- und Tranquilo-Mentalität. Doch das war auch früher so, immer schön langsam. Es wird über Vieles gesprochen, doch es dauert Jahre bis etwas geschieht: mañana.
    Es ist auch nicht zu verstehen, warum es keine Kurtaxe gibt. Bei vielen Touristen, kann nicht immer alles schön bleiben. Das kostet eben. Selbst die Kanalisation ist seit Jahren eine Katastrophe und sie wird es auch vorerst bleiben.

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