Zwischen Samstag und Montag hat rund um den Teide etwa 90 Mal die Erde gebebt. Das teilte das Nationale Geographische Institut IGN auf Teneriffa mit. Die Erdbeben seien allesamt minimal gewesen. Dennoch sei ein genauer Blick wichtig, da es sich um eine große Anzahl von Mikro-Erschütterungen handelte.
Laut IGN handle es sich um hybride Erdbeben mit Magnituden zwischen 0,4 und 1,6. Erdbeben mit Magnituden unter 2,0 gelten als gering. Oft sind sie mess-, jedoch nicht spürbar. Hybride Erdbeben gelten als spezielles seismisches Phänomen, das wissenschaftlich zwischen tektonischen Erschütterungen und vulkanischen Aktivitäten angesiedelt wird. Geophysikalisch werden diese im Regelfall als wellenartig beschrieben.
Laut IGN seien die Erdbeben in einer Tiefe zwischen zehn und zwölf Kilometern aufgetreten. In dem Areal, das sich in den Cañadas befindet, werden seit Jahren immer wieder Erdbeben-Serien und -Schwärme verzeichnet. 90 Erdstöße binnen wenigen Tagen gelten dennoch als eher selten.
90 Mini-Erdbeben am Teide auf Teneriffa
Die genaue Anzahl sei schwierig zu beziffern, hieß es aus dem IGN, da sich die Erdstöße teilweise überschnitten. Insbesondere am Samstag zwischen 18.25 und 19 Uhr sei eine Serie registriert worden. Auch am Montagvormittag gegen 10.23 Uhr gab es laut IGN eine längere Episode.
Seismologen führen viele der Erdbewegungen am Teide auf flüssige Magma zurück. Der Teide ist ein aktiver Vulkan. Laut IGN gebe es keine signifikanten Veränderungen rund um das Vulkansystem.
Der Direktor des IGN, Itahiza Dominguez, sagte, dass sich auch „die seit drei Jahren bekannte Deformation nicht verändert“ habe. Der Boden hatte sich leicht verformt, allerdings in so geringem Maße, dass es keinen Grund gebe, einen Vulkanausbruch am Teide zu befürchten. Auch der stabile Ausstoß von Kohlenstoffdioxid sei ein gutes Signal dafür, dass der Teide nicht aktiver werde.
Der höchste Berg Spaniens wird ganzjährig überwacht. Es gilt als Frage der Zeit, bis der Vulkan erneut ausbricht. Allerdings gibt es keine Hinweise auf einen baldigen Ausbruch. Dennoch ist im vergangenen Jahr auf Teneriffa der Ernstfall geprobt worden. Man wolle vorbereitet sein und über einstudierte Abläufe verfügen, hieß es damals.














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90 Erschütterungen: Neue Erdbeben-Serie am Teide
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