Abwasser-Probleme haben Teneriffa einen schmuddeligen Ruf verpasst. Schlechte Wasserwerte an Ständen und sogar Toilettenpapier und Kloake auf Straßen sorgen für reichlich Image-Probleme. Doch so weit die größte Kanaren-Insel bei diesem Thema auch hinterherhinkt, so wichtig ist der Blick auf Erfolgsgeschichten.
In La Laguna, das zusammen mit der Hauptstadt Santa Cruz im Nordosten das größte Ballungsgebiet der Insel bildet, wird bald kein einziger Liter Trinkwasser mehr für die Straßenreinigung verwendet. Und auch die wichtige Bewässerung öffentlicher Parkanlagen und Pflanzen wird trinkwasserneutral erledigt. Möglich macht das ein Projekt.
Gereinigtes Abwasser, auch Brauchwasser genannt, soll in der Region für die Landwirtschaft und auch für die Stadtbewässerung und -reinigung verwendet werden. Egal ob Fußballfelder, Parks oder öffentliche Gärten: Trinkwasser wird in der größten bewohnten Region Teneriffas nicht mehr benötigt. Allerdings ist das Projekt längst noch nicht umgesetzt.
Abwasser für Teneriffas Parks und Straßen
Das Wasserprojekt von La Laguna ist am Donnerstag im Plenum vorgestellt worden. Die Begeisterung im Stadtrat war groß. Und so soll es im Juni umgesetzt werden. Neben der Trinkwasser-Ersparnis geht es auf den Kanaren auch um Schadenbegrenzung. Denn sowohl Trink- als auch Abwasser sorgen für Debatten.
Die Trinkwaserspeicher auf Teneriffa sind nach zahlreichen Winter-Unwettern gut gefüllt. Doch der nächste Dürre-Sommer gilt als eine Frage der Zeit. In einigen Regionen wird dann das Trinkwasser gekürzt, Felder verdorren in solchen Phasen bewusst. Die Straßenreinigung in den Ballungszentren muss dennoch durchgeführt werden. Beides wirkt wie ein Widerspruch.
Auch das Abwasser sorgt durch mehr illegale als genehmigte Einleitungspunkte in den Atlantik für Debatten und negative Berichterstattung für eine Region die vom Tourismus lebt (mehr dazu unten). Entsprechend gilt das neue Projekt als Meilenstein für bessere Ressourcennutzung und das Image der größten Kanaren-Insel.
Teneriffa: Millionen für „geschlossenen Wasserkreislauf“
Geplant sind Versorgungspunkte, an denen Bewässerungswagen das Brauchwasser anzapfen können. Gespeist werden sie von den drei Klärwerken in Valle Colino, Valle de Guerra und Punta del Hidalgo. Rund 3000 Kubikmeter Wasser, also mehr als ein olympisches Schwimmbecken voll, könnten so täglich zur Verfügung gestellt werden.
Die größte Herausforderung dafür ist die Infrastruktur. Denn das Wasser muss in separaten Leitungen zu den Ausgabepunkten gepumpt werden. Geplant sind diese Leitungen in alle wichtigen Bereiche der Stadt und ihrer Umgebung. Später sollen sie auch auf angrenzende Gebiete wie Tejina und Bajamar erweitert werden.
Die Arbeiten dafür seien schwierig und umfangreich, doch knapp zwei Millionen Euro seien bereits bewilligt. „Wichtig ist, dass es eine Strategie gibt“, sagt der in La Laguna zuständige Ángel Chinae. Da dies gegeben sei, könne nun weiter gearbeitet werden. Laut Rathaus gehe es um einen geschlossenen Abwasserkreislauf. Und dieser solle bis zum Sommer in einer ersten und dann sukzessive zu erweiternden Version erreicht sein.
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Hier leiten die Kanaren ihr illegales Abwasser ins Meer![]()














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Neues Millionen-Projekt: So will Teneriffa sein Abwasser sinnvoll einsetzen
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