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Tonnenweise Fäkalien und Toilettenpapier an Teneriffa-Stränden

Unwetter "Claudia" hat die Kanalisation auf Teneriffa stellenweise überlaufen lassen. An einem Strand in Garachico wird das besonders sichtbar.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Wichtigste in Kürze:
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  • Sturmtief "Claudia" ließ die Kanalisation auf Teneriffa überlaufen – tonnenweise Fäkalien und Toilettenpapier verschmutzen Strände wie die Caleta de Interián in Garachico.
  • 180 von 403 kanarischen Abwasser-Einleitungsstellen liegen auf Teneriffa, viele davon sind illegal; strukturelle Probleme bestehen seit Jahrzehnten.
  • Garachico plant zwar eine Vorrichtung zum Sammeln von Papier bis Jahresende, konkrete Pläne zur Trennung von Regen- und Abwasserkanalisation existieren jedoch nicht.
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Ein Gullydeckel ist verschoben. Ringsherum liegt benutztes Toilettenpapier. Die Szenerie bei Garachico ist stummer Zeuge einer Überschwemmung. Vor knapp zwei Wochen hat Sturmtief „Claudia“ für Starkregen gesorgt. Im Norden Teneriffas offenbarte das Unwetter noch mehr.

Strukturelle Probleme rund um die Kanalisation sorgen seit Jahrzehnten für Abwasser-Verschmutzungen. Ein Jahr lang musste zuletzt die Playa Jardín im unweit gelegenen Puerto de la Cruz geschlossen bleiben. Der Strand ist inzwischen wieder geöffnet. Die Arbeiten, um die Abwasserverschmutzung endgültig zu beseitigen, werden noch Jahre andauern.

An der Caleta de Interián, einem beliebten Strand von Garachico, haben sich nach dem Unwetter tonnenweise Unrat und Toilettenpapier angesammelt. Mit der Zeit trocknete das Papier. Es klebt nun an Steinen und Holzplanken der Strandbefestigung. Und Garachico ist nicht der einzige Ort.

Abwasser-Verschmutzung nach Unwetter auf Teneriffa

In Arona im Süden Teneriffas fanden Anwohner weiße Papierkugeln. Auch dort gehen die Bewohner und Behörden inzwischen davon aus, dass es sich um Papier-Reste aus der Kanalisation handelt.

Beim Unwetter fiel stellenweise so viel Regen, dass die Kanäle überliefen. Das ungeklärte Abwasser landete im Atlantik. Auf dem Weg dorthin, hinterließ es insbesondere an den Küsten Unrat und Fäkalien.

Seit der Schließung der Playa Jardín sind Abwasser-Einleitungen ins Meer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Zunehmend mehr Menschen fordern ein Ende dieser Art der Umweltverschmutzung.

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180 der 403 Einleitungsstellen der Kanaren verteilen sich über die Küsten Teneriffas. Mit 216 sind mehr als die Hälfte der kanarischen Abwasser-Einlasspunkte illegal. Während das über Jahrzehnte hingenommen wurde, hat sich das Bewusstsein der Öffentlichkeit inzwischen verändert. Denn es geht nicht mehr nur um Kosten für die Korrektur, sondern um Gesundheit.

Abwasser-Einleitungen auf Teneriffa bleiben vorerst

Das Gesundheitsamt der Kanarischen Inseln überwacht die Wasserqualität zwar, verweist bei den Arbeiten für eine dauerhafte Lösung jedoch an die Gemeinden. „Die Gemeinden müssen entsprechend der Ergebnisse Maßnahmen ergreifen“, heißt es aus dem Amt.

Bei Garachico werden zweimal monatlich Wasserproben entnommen. Stets auf Anordnung der Stadt. Rund um das Unwetter ist das nicht geschehen. Somit gibt es keine Daten darüber, ob der Atlantik rund um Garachico nach dem Unwetter stärker belastet war.

Mit Blick in die Zukunft müsse die Kanalisation für Regenwasser und Abwasser getrennt werden. Aus dem Rathaus heißt es dazu, dies sei „eine große Aufgabe, die mit der Zeit erledigt werden muss“. Konkrete Pläne dafür gebe es derzeit nicht.

Immerhin soll bis Ende des Jahres eine Vorrichtung gebaut werden, die dafür sorgt, dass Papier und Feuchttücher gesammelt werden. Bei der nächsten Überschwemmung wird damit zwar erneut Abwasser im Meer landen, lediglich die stummen Zeugen dessen werden dann nicht mehr wie ein Mahnmal über die Strände verteilt liegen bleiben.


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Über den Autor

Tonnenweise Fäkalien und Toilettenpapier an Teneriffa-Stränden

wurde geschrieben von:

Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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