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„Etwas Chaos“: 1877 Menschen üben Vulkanausbruch auf Teneriffa

Eine gigantische Übung neigt sich dem Ende. Teneriffa hat den Ernstfall geprobt. So lief die Vulkanausbruch-Testwoche nach zwei Jahren Arbeit.

Von Juan Martín – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Hunderte Rettungskräfte, Tausende Beteiligte und mittendrin ein Vulkanausbruch, der keiner ist: Teneriffa hat den Ernstfall geprobt. Man will vorbereitet sein, wenn der Teide eines Tages ausbricht. Das zu testen, ist eine Herausforderung – und der Ort kein Zufall.

Garachico war einst der wichtigste Hafen Teneriffas – bis er 1706 bei einem Vulkanausbruch verschüttet wurde. Geht es also darum, den Ernstfall zu proben, gehört der Ort im Norden Teneriffas sehr wahrscheinlich ohnehin zu den betroffenen Regionen.

Das Szenario: Hunderte Menschen müssen plötzlich evakuiert werden, andere sind in Unfälle verwickelt. Alles muss organisiert werden. Dazu sind Tiere zu verfrachten und zumindest einige Habseligkeiten zu retten. Teneriffas Präsidentin zeigte sich begeistert, Teilnehmende widersprechen in Nuancen.

Vulkanausbruch-Simulation auf Teneriffa: „Etwas Chaos, aber besser als ohne“

„Heute sind wir besser vorbereitet als gestern. Wir können also auf eine besser vorbereitete Insel zurückgreifen“, sagte die Präsidentin des Inselrats von Teneriffa, Rosa Dávila. Es klingt wie das Erreichen eines Minimalziels, denn dass nach einer Übung im Regelfall einige Handgriffe besser sitzen als zuvor, überrascht kaum. Komplett positiv bewerten Teilnehmende das Geschehen ebenfalls nicht.

Sie berichten von „etwas unorganisierten“ Abläufen. Und doch loben die Teilnehmenden unterm Strich den Test. Der Tenor: Es ist gut, dass geübt wird. Denn alle Anwesenden wissen: Kommt es zum Ernstfall, gibt es keine zweite Chance: „Besser etwas Chaos, als ohne Übung“, heißt es entsprechend.

Viele der Anwesenden verfallen schnell in ihre Rolle. Genau das wollten die Organisatoren. Es soll sich alles möglichst real anfühlen, so dass die Übung bei den Anwohnenden, vor allem aber den Einsatzkräften den gewünschten Effekt erzielt.

1877 Menschen simulieren Vulkanausbruch auf Teneriffa

„Die Menschen sind sich der Lage bewusst. Wir wollen im Falle eines Ausbruchs richtig helfen und gleichzeitig nützliche Erkenntnisse nicht nur für Garachico, sondern für die gesamte Insel und sogar die Kanarischen Inseln gewinnen“, sagte Bürgermeister Heriberto González nach der Übung zufrieden.

1877 Menschen sorgten dabei für ein möglichst reales Szenario. 800 von ihnen galten während des Tests als gefährdet, einige als verletzt. Zudem galten 338 Häuser als von Lava verschlungen sowie zwei Schulen als beschädigt.

„Vulkanausbruch“ auf Teneriffa zwei Jahre geplant

Der Test wurde zwei Jahre geplant und eine ganze Woche vor Ort vorbereitet. Während des realen Vulkanausbruchs auf La Palma entstanden bereits viele Erkenntnisse. Eine davon: Es kann nicht genug Vorbereitung geben. Und das ist auch die alles überlagernde Erkenntnis von Freitag.

Entsprechend wird die jüngste Vulkanausbruch-Simulation auf Teneriffa nicht der letzte Test gewesen sein. Beim nächsten Mal erwarten alle Beteiligten dann natürlich auch etwas weniger Chaos.


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Über den Autor

„Etwas Chaos“: 1877 Menschen üben Vulkanausbruch auf Teneriffa

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Juan Martín

Juan Martín ist Journalist bei Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zu Hause und kennt sich dort bestens aus. Zum Autorenprofil von Juan Martín.

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