Teneriffas Wein-Sektor ist in großer Sorge. Eine eingeschleppte Reblaus-Plage bedroht die Industrie. Gegen die Schädlinge gibt es kaum wirksame Mittel. Daher sorgen sich Winzer um ihre Reben – und damit um ihre Existenz. Um zu untersuchen, wie sich die Schädlinge ausbreiten, gibt es jetzt eine neue Übersicht.
Winzer müssen einen Schädlingsbefall melden. Zudem gilt ein Export-Verbot lebender Pflanzen und unverarbeiteter Trauben. Damit soll verhindert werden, dass sich die Reblaus schneller ausbreitet, als ohnehin bereits befürchtet wird.
Die neue Karte soll zudem dabei helfen, den Befall und die Wege nachzuvollziehen, die sich die Reblaus bahnt. Denn die Schädlinge gelten als kaum aufzuhalten. Wir erklären, warum und zeigen die Karte:
Teneriffa: Website und interaktive Karte mit Reblaus-Informationen
Auf einer Website werden alle Informationen rund um die Reblaus auf Teneriffa gesammelt. Zudem wurde eine interaktive Karte installiert, die den Befall sofort nach Meldung eines neuen Ausbruchs darstellt. So ergibt sich ein genaues Bild der Ausbreitung.
Die Karte zeigt rote Punkte für befallene Weinberge und Parzellen. Nachfolgend sehen Sie die Echtzeit-Daten:

Zwischen La Matanza und La Laguna liegt Tacoronte. In der Region spielen sich die bisherigen Fälle ab. Aktuell wurden etwa 15 befallene Parzellen gemeldet (rote Punkte). Die grünen Punkte sind konkret abgefragte Weingüter und Lagen, die mitteilten, keinen Reblaus-Befall zu registrieren.
Neben dem Export-Stopp wurde ein Handbuch mit Ge- und Verboten für Winzer veröffentlicht. Es regelt, wie die Reblaus-Plage möglichst eingedämmt bleiben soll.
Die Reblaus gilt als kaum zu bekämpfen. Die zwischen 0,7 und 1,4 Millimeter kleinen Tiere werden zum einen über den Wind von Blatt zu Ball verteilt, andererseits frisst sich die Wurzel-Reblaus unterirdisch weiter. Durch den Befall der Wurzeln kann die Pflanze weniger Wasser und Nährstoffe aufnehmen und wird geschwächt oder stirbt ganz ab.
Kanaren-Wein soll resistent gegen Reblaus gemacht werden
Auf den Kanaren werden derzeit verschiede Modelle diskutiert. Eines davon besagt, dass kanarischer Wein mit Amerikanischem gekreuzt werden soll. Dieser ist resistent gegen die Schädlinge.
Bei dem Verfahren wird die Oberseite des Kanarischen Weins mit der Unterseite des amerikanischen verbunden. Solche Kreuzungen gibt es bereits seit Jahrzehnten. Allerdings fürchten die kanarischen Winzer um die Identität ihrer Erzeugnisse und wehren sich bisher gegen die Idee.

























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Reblaus-Plage auf Teneriffa: Hier sehen Sie alle Ausbrüche in Echtzeit
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