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Nach Abwasser-Skandal: Teneriffa zeigt mehrere Politiker an

Ein Jahr war die Playa Jardín auf Teneriffa wegen Abwassers gesperrt. Jetzt sollen sich sechs Personen wegen "Verbrechen gegen die Umwelt" verantworten.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Die für Umwelt zuständige Staatsanwaltschaft in Santa Cruz auf Teneriffa hat Anzeige gegen sechs Beamte erhoben. Unter den laut Anklage Verantwortlichen befinden sich mehrere teils hohe Politiker aus Puerto de la Cruz und von der Regierung der Kanaren-Insel.

Ein Jahr lang war die Playa Jardín, einer der beliebtesten Strände im Norden von Teneriffa, gesperrt. Der Grund: Abwasser in Strandnähe. Der Strand musste geschlossen bleiben, bis kontinuierliche Verbesserungen erstmals längerfristig griffen. Die Arbeiten werden noch viele Monate andauern. Immerhin kann inzwischen wieder geschwommen werden.

Die Staatsanwaltschaft spricht von „Verbrechen gegen die natürlichen Ressourcen und die Umwelt“. Aus diesem Grund müssen sich nun gleich sechs überwiegend bekannte Personen verantworten. Was ihnen zur Last gelegt wird.

Anzeige nach Abwasser-Skandal auf Teneriffa

Zu den Angeklagten sollen die Ministerin für Umwelt und Nachhaltigkeit der Insel, Blanca Pérez (CC), der Manager des Wasserrats der Insel Teneriffa (CIATF), Javier Dávara, der ehemalige Bürgermeister von Puerto de la Cruz, Marco Antonio González (PSOE) sowie die Stadträte David Hernández (ACP) und Alberto Cabo (ACP) und der ehemalige Tourismusminister der Insel, Alberto Bernabé (CC) gehören.

Laut Schrift gehe es um die Frage, warum der Strand trotz eines bereits am 21. Juni 2024 empfohlenen Badeverbots weiterhin geöffnet blieb. Laut dem Dokument sei wegen der „beobachteten Verschlechterung der Wasserqualität“ ein Badeverbot und für die Umwelt eine schnelle und gründliche Untersuchung nötig gewesen.

Dennoch wurde die Playa Jardín in Puerto de la Cruz erst am 3. Juli geschlossen. Und das blieb sie fast ein ganzes Jahr.

Abwasser-Skandal auf Teneriffa

Die Staatsanwaltschaft sieht rund um die Mängel im Abwassersystem der Gemeinde eine mangelnde Kontrolle des von der CIATF verwalteten Unterwasserauslasses Punta Brava. Laut Dokument habe die zuständige Behörde seit 2016 die erforderlichen Durchflussdaten nicht bereitgestellt. Zudem seien die in der Einleitungsgenehmigung vorgeschriebenen regelmäßigen Inspektionen nicht durchgeführt worden.

Laut Staatsanwaltschaft seien deshalb ungeklärte Abwässer ins Meer gelangt, obwohl die zuständigen Behörden dies hätten merken und Gegenmaßnahmen ergreifen müssen.

Zwischen den Jahren 2018 und 2024 seien die Werte von Darmbakterien im Wasser regelmäßig deutlich erhöht gewesen. Diese Zunahme hätte seitens der lokalen Behörden bemerkt werden und zu Maßnahmen führen müssen. Entsprechend wird den im Rathaus von Puerto de la Cruz zuständigen Politikern und Beamten eine Verantwortung für die potenzielle Gefährdung von Menschen und Umwelt zugeschrieben.

Die Anzeige wird derzeit seitens der Staatsanwaltschaft bearbeitet. Der Abwasser-Skandal von Puerto de la Cruz geht damit auch nach der Wiedereröffnung der Playa Jardín in die nächste Runde.


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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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