Egal ob als Wohnmobil, Camper oder umgebauter Lieferwagen: Auf Teneriffa gibt es einen regelrechten Wohnmobil-Boom. Mehr als 5000 Camper sind bereits registriert. Hinzu kommen die mobilen Wohnungen von Urlaubern.
Das Verkehrsministerium (DGT) berichtet von offiziell zugelassenen Wohnmobilen und umgebauten Transportern. Und deren Anzahl steige deutlich. Tourismus sei ein Grund für immer mehr solcher Mobile auf den Straßen. Doch die bereits hohe Zahl der zugelassenen Campingmobile umfasse ausschließlich vor Ort zugelassene Fahrzeuge.
Ein Hauptgrund für die immer schneller steigende Zahl zugelassener Wohnmobile seien steigende Mieten. Sie würden viele Menschen dazu zwingen, in Wohnmobilen zu leben. Und das führt zu einigen Herausforderungen auf den Kanaren:
Teneriffa und der Wohnmobil-Boom
Insbesondere in touristischen Regionen der größten Kanaren-Insel werden immer mehr Campingwagen und Wohnmobile gesichtet. An den Rändern von Los Cristianos oder Playa de las Américas haben sich kleine Siedlungen gebildet.
Inzwischen gibt es zunehmend mehr Beschwerden von Anwohnern, die bei der Stadtverwaltung von Arona auf mangelnde Hygiene und die Besetzung öffentlicher Flächen hinweisen.
Auch andere Gemeinden auf Teneriffa berichten von wilden Campingplätzen auf öffentlichen Flächen. Der große Parkplatz von Puerto de la Cruz im Norden ist ein Beispiel. Auch wenn die Situation dort bisher moderater ist, lesen immer mehr Rathäuser einen Trend ab, beispielsweise in Arico, Candelaria oder Güímar.
Wildcampen auf den Kanaren nicht erlaubt
Dabei ist wildes Campen auf den Kanaren verboten. Es drohen sogar Geldstrafen zwischen 500 und 5000 Euro – je nach Schwere des Vergehens. Doch für einige Einwohner sind selbst Strafen die günstigere Variante als eine Mietwohnung nahe ihrer Arbeitsstätte.
Legal kann das Wohnmobil auf Teneriffa nur innerhalb privater Campingplätze abgestellt werden. Einige Gemeinden haben zudem gekennzeichnete Flächen nahe ihrer Küstenlinien bereitgestellt.
Die Kanaren folgen damit einen Trend: Die Nachfrage nach Wohnmobilen hat in Spanien stark zugenommen. 2024 wurde mit rund 6500 Fahrzeugen etwa ein Fünftel mehr neu zugelassen als noch ein Jahr zuvor.
Kanaren melden steigende Wohnmobil-Nachfrage
Laut DGT ist der Begriff des „Campers“ nicht definiert. Dennoch werden die zugelassenen Kfz klassifiziert. Unter den klar verortbaren Fahrzeugen befinden sich derzeit demnach 2677 Wohnwagen, 643 gemischte und 219 aus Pkw umgebaute Wohnfahrzeuge. Hinzu kommen 426 zugelassene Wohnwagen-Anhänger. Ferner gibt es 84 Miet-Fahrzeuge.
Juan Martín, Vorsitzender der Asociación de Caravanas de Tenerife (ACAT), weist auf den Unterschied hin zwischen Touristen, die auf Reisen in Wohnwagen leben, und Menschen, die längerfristig zu diesem Lebensstil gezwungen sind. Martín kritisiert dabei eine anhaltende Verfolgung von Wohnmobilen.
ACAT fordert faire Behandlung von Campern auf den Kanaren
Der ACAT-Chef sagt, das Unternehmen halte strenge ökologische Standards ein. Mitglieder, die diese nicht beachten, würden sanktioniert. Zudem hebt der Caravan-Manager den wirtschaftlichen Aspekt hervor: Mitglieder seien oft wohlhabend und würden zur lokalen Wirtschaft beitragen.
Martín fordert eine offenere Haltung der Kommunen gegenüber Wohnmobilen und ihrer Besitzer. Erst im Februar hatten mehr als 200 Wohnmobilbesitzende auf Teneriffas Straßen gegen die ihrer Meinung nach ungerechte Behandlung protestiert.
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Wohnmobil-Boom: Teneriffa zieht Tausende Camper an
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