Absperrbänder und Warnschilder verhindern den Zugang zu einem Naturwasser-Becken im Norden von Teneriffa. Der Atlantik schwappt in die „Charco“, wie die mit Meerwasser gefüllten Swimmingpools auf den Kanaren genannt werden.
Bei rauer See entstehen Wellen in den Pools. Was spektakulär aussieht, ist lebensgefährlich. Denn viele der Wellen, die für Wasseraustausch sorgen und den Füllstand sicherstellen, überspülen die Schwimmbecken vollständig und reißen dabei Menschen hinaus aufs Meer.
Unfälle dieser Art sind auf den Kanaren an der Tagesordnung. Entsprechend ernst nehmen es die kommunalen Behörden mit Sperrungen. Viele Besucher hingegen ignorieren sie. Genau wie am schwärzesten Tag Teneriffas seit Jahren. Am Samstag kamen bei verschiedenen Wellen-Unfällen drei Personen ums Leben. Währenddessen ereignete sich dieser Vorfall:
Schwimmer trotz Absperrband in Charco von El Pris auf Teneriffa
Unser Fotograf Thomas Koch war am Samstag im Norden Teneriffas unterwegs. In El Pris, einem kleinen Fischerdorf im Norden der Kanaren-Insel, befindet sich direkt an der Küste eine Charco. Koch berichtet: „Der Zugang zum Becken war mit mobilen Absperrgittern und Flatterband deutlich sichtbar gesperrt. Das interessierte den Mann nicht. Er quetschte sich an der Absperrung vorbei und machte einen Hechtsprung ins Wasser.“
Der Schwimmer unterschätzte die Bedingungen. Denn er habe große Not gehabt, „sich zum Geländer der Badetreppe zurück zu kämpfen“, berichtet Koch. Fischer, die aufgrund der Seebedingungen nicht auslaufen konnten, hätten das Geschehen kopfschüttelnd beobachtet.
Unser Fotograf, der privat unterwegs war, alarmierte die Rettungszentrale. Im Anschluss dokumentierte er das Geschehen mit dem Smartphone. Denn zu diesem Zeitpunkt hatte nur wenige Kilometer entfernt, am Roque de las Bodegas, eine Welle bereits sechs französische Urlauber erfasst. Einer von ihnen kam dabei ums Leben.
Nur kurze Zeit starb im ebenfalls nahegelegenen Puerto de la Cruz eine 72-Jährige, als eine Welle die Kaimauer überspülte und zehn Personen ins Hafenbecken riss.
In Summe verunglückten 17 Personen innerhalb von nur fünf Stunden. 15 von ihnen wurden verletzt, mehrere schwer. Drei Menschen ließen am Samstag in den Wellen von Teneriffa ihr Leben.
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Teneriffa: Wellen-Opfer von Puerto de la Cruz waren Kreuzfahrer![]()














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Nach Wellen-Unfall: Leichtsinn auf Teneriffa an der Tagesordnung
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