Teneriffa News
Ihr Kanaren-Profi – seit 2011
Teneriffa News
Ihr Kanaren-Profi – seit 2011

Historischer Drachenbaum ist auf Teneriffa gefällt worden

Umweltschützer wollten ihn retten. Auch die Stadt schaltete sich ein. Doch der 100 Jahre alte Drachenbaum wurde auf Teneriffa gefällt. Ein Video zeigt den Augenblick.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Wichtigste in Kürze:
Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung ausblenden
  • Ein mehr als 100 Jahre alter Drachenbaum wurde auf einem Privatgrundstück in La Laguna (Teneriffa) gefällt, trotz Protesten von Umweltschützern.
  • Der Baum stand nicht unter Naturschutz, da er auf Privatgrund gepflanzt wurde. Nur wild wachsende Drachenbäume sind auf den Kanaren geschützt.
  • Versuche, den Baum umzupflanzen, scheiterten; Stadt und Eigentümer kamen zu keiner Einigung.
Unsere Mitglieder sehen hier eine praktische Zusammenfassung

Am Dienstagvormittag ertönte ein langes und lautes Geräusch. Das Kreischen einer Motorsäge signalisierte vielen Umweltschützern auf Teneriffa, dass sie ihren Kampf verloren hatten. Wenig später fiel unter großem Knarzen und mit einem dumpfen Aufschlag der erste Teil eines Drachenbaums zu Boden.

Mehr als 100 Jahre stand der Drago auf einem Privatgrundstück in der Calle Mazurca in La Laguna. Umweltschützer und sogar eine politische Partei mit gleichem Namen wie das Gewächs wollten den Baum retten. Doch der Besitzer des Grundstücks ließ ihn nun fällen.

In einem Brief an den Bürgermeister der Stadt, Luis Yeray Gutierrez (CC), baten die Aktivisten von ATAN, einen geeigneten Platz für eine Verpflanzung zu suchen. Argumentiert wurde mit dem Gesetz zum Schutz der Pflanzen. Doch die Rechtslage schützte den Baum nicht.

Nur einige Drachenbäume der Kanaren sind geschützt

Das Gesetz der Kanarischen Inseln schützt viele Drachenbäume. Allerdings müssen diese wild wachsen. Im Fall der Calle Mazurca handelt es sich jedoch um Privatgrund. Zudem wurde der Baum selbst gepflanzt. Damit gilt er juristisch als Zierpflanze, die der Besitzer fällen darf.

Genau so kam es in dieser Woche. Da der Baum nicht vom Dekret 111/2002 geschützt wird, beauftragte der Grundstückseigentümer ein Gartenbau-Unternehmen. Wenig später fielen die ersten Äste zu Boden, wie dieses Video zeigt:

La Laguna betont, „im Rahmen des Gesetzes“ agiert zu haben

Das Rathaus von La Laguna im Norden Teneriffas teilte auf Nachfrage mit, dass sich „der Drachenbaum weder im Inselkatalog der geschützten Bäume“ befinde noch „im Gemeindekatalog, der sich derzeit in der Ausarbeitungsphase befindet“, einen Platz habe. Damit gelte „kein besonderer Schutz“.

Nachdem der Drachenbaum nicht als wildes Exemplar eingestuft wurde, versuchten verschiedene Interessengemeinschaften, den Baum verpflanzen zu lassen. Dazu hätte zwischen Eigentümer und Stadt eine Einigung zur Prüfung getroffen werden müssen. Warum es nicht dazu kam, beantwortete die Stadt nicht. Von dort hieß es lediglich, dass alle Beteiligten „im Rahmen des Gesetzes“ gehandelt hätten.


Quellen:
  • eigene Recherche
  • Amtsblatt der Kanaren: Dekret 111/2002 – (abgerufen am: 6.11.2025)
Für Sie ausgewählt

Über den Autor

Historischer Drachenbaum ist auf Teneriffa gefällt worden

wurde geschrieben von:

Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

Diskussion

Leserkommentare zu:

Historischer Drachenbaum ist auf Teneriffa gefällt worden


Diese Funktion ist unseren Mitgliedern vorbehalten. Hier finden Sie unsere Angebote.