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Teneriffa braucht 4,3 Milliarden Euro für den Kampf gegen Stau

Die Zug-Strecke im Norden von Teneriffa ist vorerst auf Eis gelegt. Dafür werden zwei Milliarden Euro für den Ausbau der Straßen freigegeben. Doch das reicht nicht.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Wichtigste in Kürze:
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  • Teneriffa verschiebt den geplanten Nord-Zug auf unbestimmte Zeit und konzentriert sich stattdessen auf den Süd-Zug (2,34 Mrd. Euro).
  • Obwohl der Plan 'nachhaltige Mobilität' verspricht, geht es hauptsächlich um Straßenbau. Bis 2035 sollen Milliarden in Autobahn-Erweiterungen, Tunnel, Umgehungsstraßen und Bus-Spuren fließen.
  • Die Gesamtkosten aller Verkehrsprojekte werden auf bis zu 4,3 Milliarden Euro geschätzt.
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Teneriffa hat den „Plan für nachhaltige Mobilität“ (Pimsit) vorgelegt. Umgesetzt werden soll er bis 2035, also in zehn Jahren. Ganz so nachhaltig, wie der Titel vermuten lässt, ist der Plan allerdings nicht.

Die neue Planung sieht vor, den regelmäßig diskutierten, jedoch nie ernsthaft vorangetriebenen Zug zwischen der Hauptstadt Santa Cruz und Los Realejos im Norden endgültig zu streichen. Dafür sollen die Straßen ausgebaut werden.

Die geänderte Fassung des Plans wurde jetzt zur öffentliche Einsicht freigegeben, so dass Einspruchsfristen gewahrt werden. Wir zeigen auf, was der Plan vorsieht und wie teuer er wird:

So soll sich Teneriffas Mobilität verändern

Die Nord-Verbindung per Zug habe die Ideenphase nie verlassen. Aus diesem Grund könne sie nicht Teil des Projekts sein. Was schlüssig klingt, bedeutet auch: In den kommenden zehn Jahren wird diese Verbindung nicht vorangetrieben. Und in zehn Jahren dürften Kosten für Projekte dieser Art die Umsetzbarkeit mindestens gefährden.

Dafür wird der Zug in den Süden weiter vorangetrieben. Das Projekt gilt als Quantensprung für die Entlastung der Autobahn und die bessere Anbindung von Arbeitern und Urlaubern zwischen dem größeren der beiden Flughäfen auf Teneriffa und der Metropolregion im Norden sowie dem Tourismus-Zentrum im Süden.

Teneriffa: Priorität für Süd-Zug und Milliarden für Straßenbau

Hatte die Regierung der Kanaren den Süd-Zug eingangs noch als nicht priorisiert eingestuft, so änderte sich diese Auffassung mit der Freigabe gehöriger Finanzmittel aus Madrid schlagartig. Plötzlich erhielt das in Summe mit 2,34 Milliarden Euro dotierte Projekt deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Obwohl der vorliegende Plan mit „Nachhaltigkeit“ in der Mobilität wirbt, werden vor allem Straßen ausgebaut. 1,9 Milliarden Euro sind fest vorgesehen, weitere Mittel dringend nötig, um verschiedene Straßenbauprojekte auf Teneriffa umzusetzen. Immerhin gehören auch Park-and-Ride-Plätze dazu.

„Die Verkehrsüberlastung wird langfristig nicht durch eine Erhöhung der Kapazität der Straßen gelöst“, heißt es in dem Dokument. Stattdessen müsse der Fokus „auf den öffentlichen Nahverkehr gerichtet“ werden. Dies gilt insbesondere für die meistfrequentierten Abschnitte der Autobahnen TF-5 im Norden und TF-1 im Süden der Kanaren-Insel.

Tunnel, Autobahn-Ausbau und Umgehungsstraßen für Teneriffa

Trotz der Gegensätzlichkeit seien ein Ausbau einiger Abschnitte auf drei Spuren oder zusätzliche Umgehungsstraßen alternativlos, heißt es im Pimsit-Plan. Dieser sieht unter anderem 489 Millionen Euro für die letzten Teile des Inselrings vor, der es ermöglichen soll, Teneriffa komplett via Schnellstraße, davon größtenteils Autobahn, zu umrunden. Gearbeitet wird an Umgehungen, Tunneln und zusätzlichen Fahrspuren.

Außerdem werden 110 Millionen Euro in eine weitere Fahrspur der Süd-Autobahn gesteckt und 7,5 Millionen in eine neue Zufahrt bei Los Cristianos. Im Norden sollen 277 Millionen Euro in den Ausbau der TF-5 zwischen dem kleineren Nord-Flughafen und La Orotava investiert werden.

Weitere 232 Millionen Euro sind für Bus-Spuren zwischen der Hauptstadt und den nördlichen sowie den südlichen Tourismushochburgen geplant. 332 Millionen werden für eine Umgehungsstraße der TF-5 bei La Laguna eingeplant. Dort kommt es inzwischen nahezu täglich zu Stau.

Teneriffa braucht bis zu 4,3 Milliarden Euro für Verkehr

Für 78 Millionen Euro soll ein Tunnel bei Mesa Mota realisiert werden und die Westumgehung bei Guamasa über den Nord-Flughafen zur Südautobahn wurde mit 167 Millionen Euro angesetzt. Weitere Projekte umfassen beispielsweise die Verlängerung der Straßenbahnlinien 1 und 2 ab Santa Cruz.

Die aktuell laufenden Vergabeverfahren werden aufzeigen, ob die Rechnungen mit ausreichend Puffer aufgestellt wurden. In Summe und den Süd-Zug in Gänze eingepreist, rechnen Experten mit bis zu 4,3 Milliarden Euro, die für die Umsetzung aller geplanten Verkehrsprojekte auf Teneriffa nötig werden.


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Über den Autor

Teneriffa braucht 4,3 Milliarden Euro für den Kampf gegen Stau

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News, Ihrem Kanaren-Experten seit 2011. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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