Als sie am Samstagnachmittag von einer Welle getroffen und in den Atlantik gerissen wurden, waren sie erst wenige Stunden auf Teneriffa. Mehrere der zehn Personen, die in den Wellen von Puerto de la Cruz verunglückten, kamen mit einem Kreuzfahrtschiff auf die Kanaren. Erst wenige Stunden vor dem Unfall hatten sie in Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz festgemacht.
Das Unglück im Norden der Insel kostete eine Frau das Leben, neun weitere Menschen wurden verletzt. Trotz der hohen Wellen standen die Besucher auf der Hafenbefestigung. Die spektakulär wirkenden Wellen zogen die Schaulustigen in ihren Bann. Bis mehrere Wellen zusammentrafen und so eine viele Meter hohe Riesenwelle erzeugten. Wenig später war eine 72-Jährige tot.
Sebastián Quintana ist Präsident der nach den Küstenkilometern der Kanaren benannten Organisation „Canarias 1500 km de Costa“. Die Vereinigung setzt sich für den Schutz vor dem Ertrinken ein. Quintana berichtet von der Herkunft der Menschen. Und zieht Bilanz zu den drei Unfällen.
Riesenwellen von Teneriffa verletzten 15 Menschen
Laut der Vereinigung wurden drei Personen schwer verletzt. Sie waren am Morgen auf Teneriffa angekommen und hatten sich sogleich in Richtung Puerto de la Cruz begeben. Dort stand eine Stadtführung durch den historischen Ortskern auf dem Programm. Im Anschluss wollten sie den Hafen auf eigene Faust erkunden – und dabei auch Fotos der Wellen knipsen.
Laut „Canarias 1500 km de Costa“ seien die Menschen nicht zum Baden am Hafen gewesen, sondern hätten vom Kai aus die Wellen beobachtet. Als die Riesenwelle die Beobachter traf, stürzten sie zunächst die etwa drei Meter hohe Mauer hinunter und wurden dann ins Hafenbecken gespült. Dabei verletzten sich mehrere von ihnen. Eine 72 Jahre alte Frau ertrank.
„Schwärzester Tag seit zehn Jahren auf den Kanaren“
Ähnlich war es bei der Gruppe von sechs französischen Urlaubern, die am Strand nahe dem Roque de las Bodegas im Norden Teneriffas von einer Welle erfasst wurden. Behördenangaben zufolge habe es dort Warnschilder gegeben, die missachtet worden seien. In der Folge wurden alle sechs Personen ins Meer gespült, ein Mann starb.
Für die Vereinigung, die seit zehn Jahren eine Statistik zu auf den Kanaren ertrunkenen Menschen erhebt, sei dieser Samstag „der schwärzeste Tag“ gewesen, sagte Quintana. Die Bilanz lautete: 15 Verletzte und drei Tode – innerhalb von nur fünf Stunden.
Zum dritten Todesopfer gibt es weiterhin keine Einzelheiten. Der an der Playa El Cabezo in Granadilla de Abona im Süden Teneriffas gefundene Mann trieb bei seiner Entdeckung bereits leblos im Meer. Die genauen Umstände und die Personalien werden noch ermittelt.
Unterdessen teilte das Rathaus von Puerto de la Cruz in sozialen Medien sein „tiefes Bedauern“ zu dem tödlichen Vorfall am alten Fischereihafen der Stadt mit. Zudem wurde den Bürgern „für die Solidarität“ und den Helfern „für ihren Einsatz“ gedankt. „Wir wünschen den verletzten Personen eine schnelle und vollständige Genesung“, hieß es dort.
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Teneriffa: Wellen-Opfer von Puerto de la Cruz waren Kreuzfahrer
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