Teneriffa greift durch: Am Teide und in seinem umliegenden Nationalpark sind im vergangenen Jahr dreimal mehr Anzeigen geschrieben worden als noch zwei Jahre zuvor. Grund sind nicht nur mehr Besucher, sondern auch ein schärferes Gesetz und mehr Ordnungshüter.
Wurde früher über viele Vergehen hinweggesehen, will Teneriffa das Gesetz in seinem wichtigsten Nationalpark nun unter allen Umständen durchsetzen. Das zeigt die Verwaltung der Kanaren-Insel durch deutlich gestiegene Zahlen bei Anzeigen.
In den vergangenen beiden Jahren wurde so ein Anstieg der „Knöllchen“ um 358 Prozent verzeichnet. Zahlen zeigen, dass dies nicht nur am gestiegenen Tourismus auf Teneriffa liegt:
Teneriffa greift am Teide durch
Wurden 2023 noch 81 Anzeigen gezählt, waren es 2024 bereits 224 und im gerade beendeten Jahr 2025 schon 371. Zwar ziehen der höchste Berg Spaniens und sein umgebender Nationalpark auch durch den gestiegenen Tourismus mehr Besucher an, das gilt jedoch flächendeckend für nahezu alle Sehenswürdigkeiten der größten Kanaren-Insel.
Dass Teneriffa insbesondere am Teide ernst macht, zeigen die Zahlen im Vergleich: Mit 48 Prozent ist knapp die Hälfte Teneriffas ein Schutzgebiet. In all diesen Regionen der Insel zusammengerechnet stieg die Zahl der Anzeigen.
Teneriffa zählt mehr Raser und weniger Falschparker am Teide
Insbesondere im Teno- und dem Anaga-Gebirge stieg die Zahl der „Knöllchen“ im selben Zeitraum. Insgesamt wurden 2023 noch 657 Anzeigen gezählt. Ein Jahr später waren es 921 und 2025 schließlich 1382. Damit verzeichneten Teneriffas Schutzgebiete insgesamt ein Plus von 110 Prozent. Darin ist die Steigerung am Teide bereits inbegriffen – und die mit Abstand Höchste auf der gesamten Insel.

Teneriffas Umweltministerin Blanca Pérez sieht darin den Beweis, dass das neue Umweltmanagement auf der Kanaren-Insel besser koordiniert sei und man die Naturräume nun besser schütze. Vor allem aber, sagt die Politikerin, habe sich bemerkbar gemacht, dass man nun auch an den Wochenenden patrouilliere. Dies sei früher nur in Ausnahmefällen vorgekommen.
Teneriffas Umweltministerin plant mehr Kontrollen in Schutzgebieten
Bei den Anzeigen stieg insbesondere die Zahl gegen Wanderer und wegen Feuers. Bei Feuern, worunter auch das verbotene Grillen fällt, stieg die Zahl der Anzeigen von 35 auf 119 und bei Wanderern, die sich beispielsweise abseits der erlaubten Wege aufhielten, von 55 auf 195. Insbesondere an den Maifeiertagen wurden viele der typischen Anzeigen geschrieben, heißt es aus dem Ministerium. Ein Großteil der Verstöße wurde von Touristen ausgelöst, dazu zählten allerdings auch spanische Urlauber.
Bei Verkehrsverstößen stieg die Zahl der Anzeigen von 93 auf 145. Bei wildem Parken sank sie von 204 auf 147. Auch bei der Jagd wurde ein Rückgang verzeichnet: Gab es 2023 noch 69 Zwischenfälle, waren es zuletzt 53. Bei Verstößen rund um Bauarbeiten stieg die Zahl hingegen wieder, wenn auch nur leicht von 111 auf 115.
Für das neue Jahr kündigte Pérez eine weitere Verstärkung der Kontrollen an. Dabei würden erneut der Teide-Nationalpark und die Wälder und Gebirge in der Teno- und Anaga-Region im Vordergrund stehen.














Leserkommentare zu:
Teneriffa greift durch: Dreimal mehr Anzeigen am Teide – meist gegen Touristen
Mich wundert, dass Quad-Touren in einem Naturschutzgebiet angeboten werden dürfen und erlaubt sind.
Das wundert mich auch und ich finde es nicht richtig. Die Dinger sind laut und stinken, folglich blasen sie Schadstoffe aus ihrem Auspuff, die bei Autos schon längst nicht mehr zulässig sind.
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