Ein Spezialunternehmen hat in Mesa del Mar mit Bohrungen für eine Entsalzungsanlage begonnen. Anwohnende berichten, dass das Konstrukt ausgerechnet an einem der schönsten Plätze des Ortes entstehen soll. Trotz drohender Wasserknappheit und entsprechender Sicherheit durch die Anlage wehren sich einige Anwohnende jetzt.
Der Stadtrat von Tacoronte, der für das Areal zuständig ist, forderte das Unternehmen dazu auf, den Bau fortzusetzen. Zuvor hatte es Diskussionen über Zuständigkeiten, die Umweltverträglichkeit und den Ort der Errichtung gegeben. Die Arbeit wurde daraufhin pausiert.
Die Anwohnenden des kleinen Ortes im Norden von Teneriffa wehrten sich weiter. Am Dienstag gab es nun ein offizielles Treffen. Sprechchöre mit den Worten „wir wollen es nicht, wir wollen es nicht“, wurden laut.
Teneriffa: Anwohner wehren sich gegen Entsalzungsanlage
Etwa 150 Personen kamen zu dem Treffen. Dort sollte erörtert werden, wie groß die Gefahr von Wasserknappheit in der kleinen Ortschaft zwischen der Hauptstadt Santa Cruz und Puerto de la Cruz wirklich ist.
Die Regierung der Kanarischen Inseln forderte mehrere Entsalzungsanlagen an, um Wasserknappheit wie bei den jüngsten Hitzewellen der vergangenen Jahre abzufedern. Nach mehreren besonders heißen und trockenen Sommern, verlief das Jahr 2025 deutlich feuchter und nahezu ohne Wassermangel.
Dennoch besteht auf den Kanaren weiterhin die Sorge vor Trockenheit und Dürre. Insbesondere die Landwirtschaft profitiert in solchen Zeiten von Entsalzungsanlagen, die Meerwasser zu Brauchwasser aufbereiten.
Die Anwohnenden im Norden Teneriffas kritisieren neben der Anlage selbst vor allem einen Mangel an Transparenz und Kommunikation. In dem Ort sei man vom Beginn der Bohrungen überrascht worden.
Teneriffa: Wasseraufbereitung soll Auswirkungen heißer Sommer abfedern
Streit brach zudem über die genauen Rahmendaten aus. Die Anlage würde kein Umweltverträglichkeitsgutachten benötigen, das bei größeren Arbeiten in Spanien obligatorisch ist und als aufwendiger Prozess gilt. Daher wird bei vielen Arbeiten versucht, es zu umgehen.
Im Fall der Wasseraufbereitungsanlage handle es sich um eine kleine Version, die kein Gutachten benötige, hieß es. Dann jedoch stellte sich heraus, dass die Anlage mit 3750 Kubikmetern pro Tag mehr Wasser fördern könne, als in ein olympisches Schwimmbecken passt. Für solche Mengen ist sehr wohl ein Gutachten nötig.
Aus dem Rathaus wurden inzwischen Fehler bei der Planung und Umsetzung anerkannt. Während die Bürger weiterhin den Stopp der Arbeiten fordern, möchte die lokale Politik dennoch am Bau der Anlage festhalten: „Die Regierung spricht nicht für oder gegen die Entsalzungsanlage. Wir sind einfach besorgt um die Wasserversorgung in Tacoronte, dass ein Tag kommen könnte, an dem wir den Wasserhahn öffnen und nichts mehr fließt.“
Im nächsten Schritt soll nun die Umweltverträglichkeit geklärt werden. Im Anschluss werde über die Fortsetzung des Baus debattiert.














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Mesa del Mar auf Teneriffa wehrt sich gegen Entsalzungsanlage
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