Seit Jahren posieren Politiker für Fototermine vor dem „Mamotreto de Añaza“. Die Ruine sollte längst abgerissen sein. Doch der Rohbau für ein geplantes und nie fertiggestelltes Hotel nahe Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz zieht weiter jeden Tag Schaulustige an.
Die Ruine gilt als gefährlich. Wer es hinein schafft, ist nicht gesichert. Genau das wurde nun einem 13-jährigen Mädchen zum Verhängnis. Die Jugendliche kletterte in der Ruine umher – und stürzte plötzlich mehrere Stockwerke in die Tiefe.
Für das Kind kam jede Hilfe zu spät. Während Freunde und Familie trauern, wird erneut die Frage laut, warum das Gebäude noch immer steht. Der Abriss wurde auch in diesem Jahr erneut angekündigt – bisher jedoch nicht umgesetzt:
Teneriffas berühmte Hotel-Ruine
Die Polizei bestätigte, dass es sich um ein Kind aus der Nachbarschaft von Añaza handle. Zusammen mit drei Freunden war sie zum Spielen in das Gebäude gegangen. Nach dem Sturz alarmierte die Begleitung umgehend den Notruf, doch für die 13-Jährige kam jede Hilfe zu spät.
Die genauen Umstände des Unfalls sollen nun untersucht werden. Nach bisherigem Ermittlungsstand war das Kind aus dem fünften Stock des Gebäudes gestürzt.
Anwohner sind seit Jahren in Sorge. Der inzwischen fünfte Todesfall in dem einstigen Prestigeprojekt erneuert die Debatte um die Sicherheit. Seit Jahrzehnten wird über den Abriss gestritten. Im Juni wurde dieser dann endlich von der Stadt Santa Cruz und der Inselverwaltung von Teneriffa beschlossen.
Das Gebäude wurde vor 52 Jahren errichtet. Es sollte eines der luxuriösesten Hotels auf Teneriffa zu dieser Zeit werden. Noch im Rohbau gingen die finanziellen Mittel aus. Seither verfällt das halbfertige Gebäude an der Steilküste im Nordosten Teneriffas auf einer Fläche von rund 2350 Quadratmetern sukzessive.
Ruine von Añaza auf Teneriffa sorgt für Debatten
An Stelle von 741 Zimmern mit gehobener Ausstattung wurde die Ruine von Añaza inzwischen Schauplatz vier tödlicher Unfälle und eines Suizids. Die einstigen Bauherren verschwanden spurlos. Über die Jahre versuchte die Stadtverwaltung, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Das Unterfangen blieb ohne Erfolg.
Für den Abriss muss das Gelände dennoch zunächst enteignet werden. Dieser Schritt sollte in diesem Jahr erfolgen. Im Anschluss soll die Ruine zurückgebaut werden. Seit Beginn der Planung stiegen die veranschlagten Kosten inzwischen um rund eine Million Euro. In Summe werden nun drei Millionen Euro für den Abriss veranschlagt. Die Gelder sind bereits freigegeben. Einen konkreten Abrisstermin gibt es nicht.
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