Sie steht wie kaum eine zweite für den unreflektierten Bau-Boom des vorherigen Jahrhunderts: Seit 45 Jahren ragt in Añaza bei Santa Cruz eine 22 Stockwerke hohe Ruine in den Himmel. Das Gebäude ist unfertig und ein Schandfleck wie nur wenige andere auf Teneriffa. Jetzt soll es abgerissen werden – für knapp zwei Millionen Euro.
741 Apartments hatte ein privater Bauträger im Jahr 1973 angekündigt – und nachdem die offizielle Genehmigung vorlag auch mit dem Bau des Großprojekts begonnen. Doch schon zwei Jahre später war das Interesse wieder verflogen und das Projekt wurde aufgegeben.
Seither ragen 22 Stockwerke auf einer bebauten Gesamtfläche von rund 40.000 Quadratmetern in den Himmel über Teneriffas Hauptstadt. Deren Verwaltung habe „erfolglos versucht, diejenigen zu finden, die das Gebäude gebaut und verlassen haben“, sagte jetzt die erste stellvertretende Bürgermeisterin von Santa Cruz, Zaida González, bei einem Vorort-Termin.
Das Gebäude solle nun aus der Landschaft verschwinden, erklärte die vom Stadtrat für Stadtplanung, Carlos Tarife, und der Stadträtin für den Südwesten, Gladis de León, begleitete Politikerin kämpferisch. Doch dafür ist einiges an Aufwand nötig. Da die ursprünglichen Verantwortlichen nicht mehr zu finden seien, müsse die Stadt die Verteilung der Kosten nämlich selbst organisieren. Und die haben es in sich.
Bauruinen kosten Teneriffa Millionen
Zunächst wolle man einen vier Meter hohen Zaun um das Gelände herum bauen, sagte González. Der schlage aufgrund der Größe des Territoriums bereits mit rund 110.000 Euro zu Buche. In einem weiteren Schritt soll dann der Abriss erfolgen. Dieser könne jedoch frühestens 2020 erfolgen – und muss auch finanziell erst einmal gestemmt werden.
Noch sei es zu früh, über konkrete Fristen oder finale Beträge zu sprechen. „Aber wir bewegen uns in die richtige Richtung, damit dieses Gebäude für immer verschwindet“, sagte González: „Wir haben 42 Jahre gewartet und ich weiß nicht, ob wir noch zwei oder drei weitere warten müssen, aber ich bin davon überzeugt, dass die Tage dieses Schandflecks gezählt sind.“
Etwas konkreter wird zumindest bei den Kosten ein Gutachten, das der oberste Gerichtshof bei seiner Abriss-Entscheidung bereits im Jahr 1998 in Auftrag gegeben hatte: Demnach soll die Beseitigung der Ruine gut 1,8 Millionen Euro kosten.
In Summe würden die Arbeiten bis zur finalen Entfernung des Schandflecks die Kassen von Insel und Stadtverwaltung also mit rund zwei Millionen Euro belasten – sofern die Berechnungen von einst heute noch aktuell sind.
Dass Teneriffa noch weit mehr solcher Schandflecke zu beseitigen hat, zeigt ein ähnlicher Fall aus dem Jahr 2014. Auch damals konnten die Verantwortlichen nicht mehr ermittelt werden.
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Schandfleck auf Teneriffa soll nach 45 Jahren beseitigt werden – für zwei Millionen Euro
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