Der „Clúster Audiovisual“ der Kanarischen Inseln fordert die sofortige Aussetzung des neuen Nutzungs- und Managementplans (PRUG) für den Teide-Nationalpark auf Teneriffa. Die Organisation sieht darin eine Bedrohung für die audiovisuelle Industrie des Archipels.
Die Filmindustrie gilt als aufstrebendste Branche der Kanarischen Inseln nach dem Tourismus. Hollywood & Co. bringen jedes Jahr Millionen auf die Kanaren. Beliebt dabei ist der Teide-Nationalpark aufgrund seiner vielseitigen Landschaft. Der neue Schutzplan für das Areal sieht jedoch klare Begrenzungen vor.
Laut Filmindustrie sei die geplante Regelung „die restriktivste in Spanien“, die ohne Einbeziehung des Sektors und ohne transparente technische oder umweltbezogene Gutachten erstellt wurde. Auch aus anderen Bereichen formiert sich Widerstand.
Filmindustrie sieht Teide-Nationalpark auf Teneriffa bedroht
Der Clúster Audiovisual betont, dass der Sektor als strategisch wichtig anerkannt ist und etwa drei Prozent zum regionalen Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Im Jahr 2023 fanden auf Teneriffa 193 Filmproduktionen statt, von denen 63 im Teide-Nationalpark gedreht wurden. Die Produktionen machten nur einen minimalen Anteil der mehr als 5,2 Millionen Besucher im Jahr 2024 aus.
Sebastián Álvarez, Vizepräsident des Clúster Audiovisual, kritisiert die Regierungspolitik, die das Wachstum des audiovisuellen Sektors behindere, obwohl dieser als strategisch wichtig gelte. Er forderte eine nachhaltige Entwicklung, die im Einklang mit dem Schutz der Ökosysteme steht.
Bereits jetzt unterliegen Dreharbeiten im Nationalpark strengen Auflagen, darunter Genehmigungen und Umweltberichten. Der Clúster schlägt vor, eine spezielle Gebühr für Dreharbeiten einzuführen, die zur Verstärkung der Umweltschutzmaßnahmen beiträgt, sowie der Verpflichtung eines „Eco-Managers“ für jede Produktion.
Teneriffa: Teide bei Film-Produktionen besonders beliebt
Die Filmindustrie auf den Kanaren sieht in der Neuregulierung eine Chance, die Kanarischen Inseln als Vorreiter für nachhaltige Filmproduktionen zu etablieren. Dazu sei jedoch eine auf Daten und Dialog basierende Regelung notwendig, anstatt willkürlicher Einschränkungen, hieß es.
Abschließend fordert die Organisation, dass der PRUG ein Gleichgewicht zwischen Naturschutz und wirtschaftlicher Entwicklung schaffen sollte, indem die betroffenen Sektoren aktiv in den Prozess eingebunden werden. Eine vollständige Nutzungsuntersagung könne soziale Konflikte schüren und illegale Aktivitäten begünstigen.














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Neues Teide-Gesetz bedroht Filmindustrie der Kanaren
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