Die Kanaren verlieren pro Einwohner und Tag 72 Liter Trinkwasser durch marode Leitungen. Das geht aus den Daten des kanarischen Statistikamts ISTAC hervor. Laut den Daten werden 411 Liter Trinkwasser pro Kopf eingespeist. Davon versickern über alle Inseln gerechnet 17,5 Prozent.
Der Blick auf den realen Verbrauch pro Einwohner und Tag offenbart jedoch eine deutlich größere Lücke: Im Jahr 2024 wurden 119 Liter Wasser pro Kopf und Tag verbraucht. Die ISTAC-Statistiker benennen die Netzverluste mit 72 Litern. Dadurch ergibt sich ein Wasserverlust von mehr als 60 Prozent bezogen auf den realen privaten Pro-Kopf-Verbrauch.
Die Kanaren melden zudem einen erneuten Anstieg um 3,5 Prozent beim Wasserverbrauch durch private Haushalte. Die Jahresdaten offenbaren somit einen größeren Bedarf und eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Verbrauch in den Wohnungen und den Mengen, die schon vor dem heimischen Wasserhahn im Netz verloren gehen.
Kanaren verlieren weiter große Mengen Trinkwasser im Netz
Der Befund facht eine Debatte neu an, die auf den Inseln bereits seit Jahren geführt wird. Denn während insbesondere im Sommer immer wieder einige Regionen mit Wasserknappheit zu kämpfen haben, sorgen marode Leitungen dafür, dass wertvolles Trinkwasser verloren geht.
Diese Wasserverluste im Trinkwassernetz der Kanaren sollten durch gezielte Nachbesserungen verringert werden. Geschafft wurde dies laut den Daten bislang nicht. Der schlechte Zustand des Leitungsnetzes der Kanarischen Inseln bleibt damit ein signifikanter Faktor neben dem eigentlichen Verbrauch.
Das Thema prägt die öffentliche Diskussion auf den Inseln somit auf gleich mehreren Ebenen. Zum einen sorgt der Anteil des Tourismus am Trinkwasserverbrauch der Kanaren für Gesprächsstoff. Hinzu kommt der wiederholt ausgerufene Wasser-Notstand.
Die jetzt vorgelegten Jahresangaben ergänzen die Debatte um zwei Messwerte: den gestiegenen Pro-Kopf-Verbrauch in privaten Haushalten und die anhaltenden realen Verluste im Netz.
Die Differenz der 411 eingespeisten Liter pro Kopf bei einem Verbrauch von gerade mal 119 Litern wird neben den Verlusten beispielsweise durch Verbrauch in der Industrie und im Tourismus erklärt. Zu einzelnen Inseln und Regionen macht das ISTAC in der aktuellen Erhebung keine Angaben.















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