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Donnerstag, 20. August 2026
Kanaren

Geburtenfaule Kanaren: Mehr Hunde als Kinder

Die Kanarischen Inseln gelten als eine der kinderliebsten Regionen Spaniens. Doch Neugeborene werden zur Seltenheit.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Auf den Kanaren kamen im ersten Halbjahr 5534 Kinder zur Welt, im Schnitt 30 pro Tag und damit so wenige wie nie.
  • Den 264.613 Kindern unter 15 Jahren stehen 569.215 Hunde gegenüber, also mehr als zwei Hunde je Kind.
  • Die Zahl der Tierärzte stieg 2025 auf 1813, während nur noch 315 Kinderärzte auf den Inseln arbeiten.
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Auf den Kanarischen Inseln sind zuletzt 30 Kinder pro Tag zur Welt gekommen. Das geht aus den Daten des Nationalen Statistikinstituts INE hervor. Nie lag diese Zahl niedriger. Einen Rückgang verzeichnen die Inseln bereits seit Jahren. Und das verschiebt nicht nur für junge Familien die Prioritäten.

Im ersten Halbjahr zählten die Krankenhäuser und Hebammen der Kanaren 5534 Geburten. Das bedeutete durchschnittlich 30 Neugeborene pro Tag. Schon im vergangenen Jahr galt die Geburtenrate als alarmierend. Damals waren es noch 32 Kinder pro Tag.

Inzwischen haben die Kanaren wesentlich mehr Haustiere als Kinder. Und das verändert ganz nebenbei die gesamte Infrastruktur des Archipels:

Kanaren: Pro Kind gibt es zwei Hunde

Die Kanarischen Inseln galten über Jahrzehnte als eine der kinderliebsten Regionen Spaniens. Noch heute sind die Einwohner überdurchschnittlich aufgeschlossen. Kinderlärm treibt kaum einen Nachbarn genervt ans Fenster. Inzwischen vielleicht auch, weil Kinder immer seltener werden.



Laut Daten des kanarischen Statistikamts Istac gibt es auf den Inseln rund 332.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Ein Blick auf das Haustierregister zeigt: Gleichzeitig gibt es 569.215 Hunde. Der Blick auf die Zahl der Kinder unter 15 Jahren ist entsprechend alarmierender: es sind 264.613. Und das führt zu einem verschobenen Fokus. Denn wo weniger Kinder sind, verändern sich auch Gesellschaft und Wirtschaft.

Zuletzt kündigten die Kanaren an, Kitas mit Direktvergaben zu subventionieren, also ohne Ausschreibung Gelder zur Verfügung zu stellen. Das ist nicht der einzige Punkt, an dem öffentliches Geld benötigt wird, um die Infrastruktur für Kinder wieder zu glätten.

Die Kanarischen Inseln verfügen über eine jährlich deutlich steigende Zahl von Tierärzten. 2024 waren es noch 1749, im vergangenen Jahr dann bereits 1813. Die Zahl der Kinderärzte ist hingegen rückläufig. Zuletzt zählte das Istac noch 315.

Auf den Kanarischen Inseln kommen derzeit mehr als zwei Hunde auf ein Kind unter 15 Jahren. Und fast sechs Tierärzte auf einen Kinderarzt.

Kanaren: Hohe Kosten und zwei Verdiener

Experten berichten, dass sich das Familienbild auf den Kanarischen Inseln grundlegend ändere. Das zeigen auch die Zahlen: Knapp sechs von zehn Müttern waren in ihren Dreißigern, 493 Mütter eines Neugeborenen zudem zwischen 40 und 44 Jahren alt. Mit jeder Erhebung werden Mütter älter. Das liege unter anderem an steigenden Kosten und damit verbunden zwei benötigten Verdienern.

Die Kanaren sind derzeit die Region, in der die Geburtenrate mit 1,43 Prozent den zweitstärksten Rückgang in Spanien verzeichnet. Lediglich in Galizien gingen die Geburten stärker zurück. Dort waren es 3,6 Prozent. Steigende Alltagskosten sorgen dafür, dass die Zahl der Geburten immer weiter sinkt und Eltern immer älter werden.

Ein Ende des Älterwerdens frischgebackener Eltern ist biologisch absehbar. Die Geburtenrate auf den Kanaren sinkt unterdessen kontinuierlich weiter. Während die Politik unter anderem mit Subventionen nach einem Ende sucht, profitieren zumindest die Tierärzte der Kanaren von der Entwicklung.

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