Bei einer Großrazzia auf Teneriffa hat die Policía Nacional 19 Mitglieder einer kriminellen Organisation festgenommen. Die Ermittler hatten die Gruppe zuvor beobachtet. Demnach soll sie Migranten aus den Maghreb-Staaten über fiktive Partnerschaften zu spanischen Frauen mit Aufenthaltsrechten versorgt haben.
Die Ermittlungen zogen sich über mehrere Monate und Phasen hin. In der zweiten Ermittlungsphase unter dem Namen „Vínculo II“ liefen im ersten Halbjahr in Jaén, in Málaga, auf Teneriffa und in Melilla verschiedene behördliche Aktionen. Den Festgenommenen wirft die Polizei Urkundenfälschung und Förderung illegaler Einwanderung vor.
Nach Angaben der Ermittler führte der Weg über Notariate in Barcelona. Dort ließ die Organisation ausländische Männer als eingetragene Partner spanischer Frauen registrieren. Zuvor habe es den Ermittlungen zufolge weder eine Beziehung noch Kontakt gegeben. Im Anschluss erhielten die marokkanischen Staatsbürger eine Aufenthaltserlaubnis als Familienangehörige. Diese berechtigt in Spanien zu fünf Jahren Aufenthalt. Außerdem ist eine Arbeitserlaubnis damit verknüpft.
Spanien: Verdächtige Meldeadressen der Migranten bringen Ermittler auf die Spur
Für die Einreise nach Spanien und für gefälschte Papiere verlangte das Netzwerk nach bisherigem Ermittlungsstand bis zu 12.000 Euro pro Person. Die Hinterleute sollen so mehr als 30 Millionen Euro verdient haben. Schon in einer ersten Ermittlungsphase hatte die Polizei 46 Personen festgenommen.
Auf die Spur kamen die Beamten dem Netzwerk wegen auffälliger Meldeadressen in einer Kleinstadt der Provinz Jaén. Anfang Februar 2025 stellte die Ausländer- und Grenzabteilung der Polizei in dem Ort bei mehreren Anträgen auf Aufenthaltserlaubnisse aus außergewöhnlichen Umständen Unregelmäßigkeiten fest. Die dazugehörigen Partnerschaften waren in Katalonien eingetragen, gemeldet waren die Antragsteller jedoch in Torredonjimeno.
Spanien will erschlichene Aufenthaltstitel widerrufen
Die Organisation arbeitete aus Barcelona, Melilla, Málaga und von Teneriffa aus. Die Aufgaben waren innerhalb des Netzwerks offenbar klar verteilt. An der Spitze standen spanische und marokkanische Anführer, die die Abläufe planten, die Mitglieder der Gruppe koordinierten und den größten Teil der Einnahmen behielten.
Anwerber suchten insbesondere in der Provinz Málaga spanische Frauen für die Scheinpartnerschaften und organisierten deren Fahrten nach Barcelona. Weitere Mitglieder beschafften gefälschte Dokumente. Geldkuriere leiteten derweil die Einnahmen weiter.
Nachdem die 19 Personen festgenommen wurden, beantragte die Ausländer- und Grenzabteilung in Jaén bei den Ausländerämtern der betroffenen Provinzen, alle auf diesem Weg erlangten Aufenthaltsrechte aufzuheben. Außerdem forderte sie die Steuerbehörde auf, Sozialleistungen zu streichen.
















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