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Kanaren-Tourismus verbraucht nur elf Prozent des Trinkwassers


Die Kanarischen Inseln sind von einer Dürre betroffen. Der Tourismus sei allerdings nicht das Problem, betont die Politik der Kanaren.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 2 Minuten

Er ist der größte Wirtschaftsfaktor der Kanarischen Inseln. Und beim Thema Wasserverbrauch der Hauptverdächtige. Dennoch sorgt der Tourismus auf den Kanarischen Inseln nur für gut ein Zehntel des Wasserverbrauchs.

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Teneriffa und Fuerteventura haben den Wassernotstand ausgerufen. Doch eine besorgniserregende Dürre herrscht ebenso auf La Palma oder Lanzarote. Mit der Zahl der Kanaren-Bewohner – ob temporär oder dauerhaft – hat das jedoch nicht zwingend zu tun.

Nur elf Prozent des Trinkwassers, so berichtet der stellvertretende Minister für territorialen Zusammenhalt und Wasser, Marcos Lorenzo, werden von Touristen verbraucht. Und das hat Gründe.

Kanaren-Touristen verbrauchen deutlich weniger Wasser als gedacht

Insbesondere die immer normaler werdende Selbstversorgung touristischer Einrichtungen durch Entsalzungsanlagen, sorgt für einen abnehmenden Einfluss des Urlaubssektors auf den Wasserverbrauch. Und das gilt nicht nur für Hotelanlagen, sondern immer öfter auch für Touristenattraktionen, wie beispielsweise den Siam Park oder den Loro Parque, die seit Jahren ihre eigene Wasserversorgung betreiben.

Der Haupt-Verbraucher ist erwartbar die Landwirtschaft. 58 Prozent einfielen auf diesen Sektor, berichtet Lorenzo. Auf einigen Inseln sei es relativ betrachtet sogar deutlich mehr. Weitere 28 Prozent seien für die öffentliche Versorgung bestimmt.

Trinkwasser versickert auf den Kanaren im Boden

Natürlich, sagt Lorenzo, steige mit der Einwohnerzahl auch die Nachfrage nach Trinkwasser. Doch auch La Palma, wo die Touristen- und Einwohnerzahl stabil sei, habe ebenso “sehr ernste Schwierigkeiten”. Entsprechend gebe es zwar einen Zusammenhang, doch der Tourismus sei keinesfalls das eigentliche Problem beim Wasserbedarf der Kanaren.

Stattdessen müsse der Sanierungsstau bei der Infrastruktur angegangen werden. In vielen Fällen werde jedoch der Aufwand gescheut, Leitungen zu erneuern, da dies mit zahlreichen Unannehmlichkeiten für die Einwohner verbunden sei, meint Lorenzo. Dennoch werde es Zeit dafür, da ein erheblicher Teil des Trinkwassers durch marode Netze einfach im Boden versickere.

Lorenzo sagt: “Es gibt weder eine einzige Ursache noch ist sie auf allen Inseln gleich.” Dennoch sieht der Politiker nahezu überall auf den Kanarischen Inseln Handlungsbedarf – nur eben an jeweils unterschiedlichen Stellen.

Kanaren: “Befürchten Keine Wasserknappheit im Sommer”

Hinzu komme die anhaltende Dürre. “Es regnet weniger. Und wenn, dann sintflutartig”, sagt Lorenzo. Das wiederum sorge für weniger Wasserspeicherung im Boden. Und so sinke der Grundwasserspiegel sukzessive ab. Insbesondere grüne Inseln wie La Palma seien davon betroffen.

Eine flächendeckende Wasserknappheit in diesem Sommer befürchtet der Politiker dagegen nicht. Man erwäge auf regionaler Ebene keine restriktiven Maßnahmen. Dennoch sei es nicht ausgeschlossen, dass es örtlich zu kurzfristigen Versorgungsengpässen kommen könne. In solche Fällen werde die Regional-Regierung “Empfehlungen aussprechen, aber keine Vorschriften machen.”


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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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