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Wasser-Notstand auf Teneriffa – das plant die Regierung der Kanaren-Insel


Dürreperioden, kaum Schnee auf dem Teide und weniger Niederschlag: Auf Teneriffa wird das Trinkwasser knapp. Die Insel-Regierung will den Notstand ausrufen.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 4 Minuten

Teneriffa geht das Trinkwasser aus. Die Regierung der größten Kanaren-Insel hat bestätigt, den Notstand ausrufen zu wollen. Auf der Insel muss dringend Wasser gespart werden. Und das hat Konsequenzen.

Die Regierung der größten Kanaren-Insel teilte am Sonntag mit, in der Plenarsitzung am Freitag den Wassernotstand ausrufen zu wollen. Grund dafür sei eine der schlimmsten Trockenperioden der Geschichte. Angestrebt werde der Konsens aller Fraktionen, heißt es.

Nötig ist das, um der “ernsten Dürresituation auf Teneriffa” zu begegnen. Denn die Stauseen der Insel laufen sukzessive leer. Um die Wasserversorgung im Sommer herrscht inzwischen große Sorge. Daher müsste jetzt gehandelt werden. Was das bedeutet:

Teneriffas Präsidentin: “Trockenster Winter der jüngeren Geschichte”

Die Regierungspräsidentin von Teneriffa, Rosa Dávila, mahnt die politischen Parteien zur “Einigkeit”. Sie spricht von “einem der trockensten Winter in der jüngeren Geschichte” der Insel. “Die Sicherstellung der Wasserversorgung für die Bürger und die Landschaft Teneriffas ist ein wichtiges Thema, das keine politische Farbe hat”.

Mit anderen Worten: Parteipolitik verbietet sich, wenn es um essentielle Themen geht. Und Dávila zeigt sich zuversichtlich, den Vorstoß einstimmig durchwinken zu können. Schließlich wolle man gemeinsam “wichtige Entscheidungen treffen, um die Dürre zu bekämpfen, unter der wir leiden”.

Teneriffa geht das Trinkwasser aus: “Müssen für den Sommer sparen”

Für Dávila steht fest: “Die Menschen auf Teneriffa sehen darin keine ideologischen Unterschiede, und es wäre unverständlich, wenn die Fraktionen sie hätten. Auch Vizepräsident Lope Afonso zeigt sich zuversichtlich, dass “alle bei einem so wichtigen Thema zusammenarbeiten.


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Der ehemalige Bürgermeister von Puerto de la Cruz sieht in der aktuellen Situation “schwerwiegende Folgen auf Teneriffas Landwirtschaft zukommen”. Daher müssten dringend schon jetzt “alle uns zur Verfügung stehenden Mittel genutzt werden, um die Auswirkungen für den Sommer zu mildern”.

Dürre besorgt auch die Kanaren-Regierung

Auch die Regional-Regierung der Kanaren diskutiert bereits über die Wasserversorgung. Bei einer Sitzung auf La Gomera wurde mit Vertretern aller Kanarischen Inseln über die Folgen der Wasserkrise beraten. Von Teneriffa aus “fördern wir ein Arbeitstreffen mit allen landwirtschaftlichen Organisationen, um sie über die technischen Daten zu informieren und über die Besorgnis, die wir wegen der Situation haben – insbesondere im Hinblick auf den Sommer”, hieß es aus der Regional-Regierung.

Teneriffas zuständige Behörde soll gemeinsam mit dem Wasserversorger der Insel, Balsas de Tenerife (Balten), alle Maßnahmen bewerten und anstoßen, mit denen die Wasserversorgung der Bevölkerung und des Agrarsektors im Sommer gewährleistet werden kann. Auch Präventivmaßnahmen zur Vermeidung von Wasserverlusten im Netz seien nötig, hieß es. Gemeint sind unter anderem undichte Stellen oder Rohrbrüche, die dringend verhindert werden müssten.

Teneriffa geht das Wasser aus: Info-Kampagne für Touristen

Nicht nur Anwohner, sondern auch Urlauber müssten zum Wassersparen animiert werden, hieß es. Entsprechend sieht der Wasserrat der Kanaren-Insel gemeinsam mit dem Tourismusministerium verschiedene Informationskampagnen vor.

Dabei solle auch erklärt werden, wie der Wassernotstand entstanden ist. Es solle in einfacher und kurzer Sprache vermittelt werden, dass die Folgen der Hitzeperioden und des Niederschlagsmangels in den vergangenen Jahren zu dem heutigen Problem geführt hätten.

Darum laufen Teneriffas Stauseen langsam leer

Zuvor hatte Balten anhand eines Berichts der Insel-Politik erklärt, dass man derzeit Zeuge “einer extremen und lang anhaltenden Dürre im mittleren Teil der Insel Teneriffa” werde. Der Niederschlag in allen untersuchten Jahreszeiten sei um 15 bis 40 Prozent zurückgegangen.

Die Gesamtverdunstung der natürlich bewachsenen Boden-Oberflächen habe insbesondere im Mittelland um bis zu 25 Prozent zugenommen. Dies habe mit dem Anstieg der durchschnittlichen Lufttemperatur sowie der Zunahme der Sonneneinstrahlung zu tun. Entsprechend sei der Wasserverbrauch aus den Speichern der Insel gestiegen.

Balten teilte mit, dass am 1. Februar, wenn es auf das Ende der Regenzeit hinausläuft und Bilanz über die Füllstände der Stauseen gezogen werde, das ganze Ausmaß der vergangenen Monate zu sehen gewesen sei. Die öffentlich verwalteten Stauseen hätten einen Füllstand von gut einem Drittel aufgewiesen. Im Vorjahr waren sie zum gleichen Zeitpunkt noch mehr als die Hälfte gefüllt gewesen – und schon damals wurde wegen diesen Zustands gewarnt.

Teneriffas Landwirtschaft wegen Wasserknappheit in Sorge

Für die Landwirtschaft auf Teneriffa bedeutet das einen herben Schlag. Denn die Ernten gelten in einem großen Teil der landwirtschaftlichen Flächen – insbesondere im Landesinneren – als gefährdet. Zumindest dann, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Und die müssten im Fall eines offiziellen Notstands definiert werden.

Bisher vorliegende Daten lassen vermuten, dass auch in den kommenden Monaten ein kritisches Risiko der Wasserknappheit bestehe. Der Primärsektor Teneriffas ist entsprechend besorgt, dass bei anhaltendem Regenmangel “ein ernstes Nahrungsmittelproblem” entstehe könne.

Die Kartoffelacker und Bananenplantagen der Insel seien am stärksten gefährdet und die Aussichten nicht optimistisch, heißt es aus dem Landwirtschaftssektor. Dort wird die Situation als “dramatisch” bezeichnet.

Teneriffa: Wärmster Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnung

Die Kanarischen Inseln blicken auf einen der wärmsten Winter aller Zeiten zurück. Die Wetterstation am Observatorium von Izaña auf Teneriffa zeigte die höchste Durchschnittstemperatur, seit 1966 strukturierte Wetterdaten gesammelt werden. Im Teide-Nationalpark lag sie um satte 8,6 Grad über dem bisherigen Durchschnittswert.

Doch die Erwärmung ist nicht nur im Nationalpark, der Teneriffas höchsten Berg umgibt, zu spüren. Auch der Rest der Kanarischen Inseln war immer wieder von Hitze und Calima-Wetterlagen betroffen. Entsprechend endet bald ein historischer Winter auf den Kanarischen Inseln. Mit allen Konsequenzen für den Sommer. Die Insel-Regierung berät am Freitag über die nächsten Schritte. Der Notstand gilt laut Aussagen der Verantwortlichen als unumgänglich.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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