Tourismus-Verbände auf den Kanarischen Inseln gehen gegen Spaniens Flughafenbetreiber AENA auf die Barrikaden. Sowohl der Unternehmerverband im Süden Teneriffas, CEST, also auch die Hotel- und Gaststättenvereinigung der westlichen Kanaren-Inseln, Ashotel, kritisieren das Unternehmen scharf.
Grund für die Verstimmung ist eine weitere geplante Gebühr des Unternehmens. Nachdem Preiserhöhungen pro abgefertigtem Flugpassagier angekündigt wurden, sollen jetzt auch Busse mit Sondergebühren belegt werden. Kanaren-Urlaub wird damit nochmals teurer, so die Sorge der Unternehmen.
AENA war bereits mit Ryanair aneinandergeraten. Der größte Billigflieger Europas hatte daraufhin den Rückzug von zahlreichen spanischen Airports angekündigt. Auch auf den Kanaren wurden Hunderte Verbindungen aus dem kommenden Flugplan gestrichen. Nun bringt AENA mehrere Tourismus-Verbände gegen sich auf.
Kanaren: Kritik an AENA wegen Flughafen-Gebühren
CEST-Präsident Javier Cabrera sagte, die Einführung dieser Gebühr verschlechtere die Bedingungen für den kollektiven Transport im Tourismusbereich erheblich. Die Gleichstellung der Busparkplätze mit denen für Privatfahrzeuge führe zu zusätzlichen Kosten, die den normalen Betrieb des Sektors beeinträchtigen könnten.
Besonders betroffen seien kleine Unternehmen, die in einem von Saisonalität geprägten Umfeld arbeiten und bereits Verträge für die aktuelle Wintersaison abgeschlossen haben. Diese könnten die neuen Kosten nicht mehr an Reiseveranstalter oder Endkunden weitergeben.
Kritik an fehlender Rücksicht auf die Kanaren
Der CEST kritisierte, dass AENA die besonderen Bedingungen auf den kanarischen Flughäfen nicht berücksichtige. Busse müssten oft stundenlang warten, etwa wegen Flugverspätungen oder Zollkontrollen. Die geplanten Fristen für kostenlosen Transit seien nicht ausreichend, um Gebühren zu vermeiden.
Die Organisation warnte vor möglichen operativen Problemen wie Staus an den Terminalzugängen oder überfüllten Ankunftsbereichen, wenn Busse außerhalb der Flughäfen warten müssten. Zudem fehle es an kostenlosen Parkflächen, wie sie an anderen Flughäfen existieren, um den Verkehr besser zu regulieren.
Auch Ashotel warnte, dass die Gebühr die Wettbewerbsfähigkeit der Kanaren als Reiseziel beeinträchtigen könnte. Die Maßnahme könne zudem zu einer Überlastung der Ankunftsterminals führen und die Zufriedenheit der ankommenden Touristen negativ beeinflussen.
Beide Vereinigungen unterstützen die Forderungen der FET. Der Verband für den Landverkehr auf den Kanarischen Inseln rief die öffentlichen Verwaltungen der Kanaren bereits zum Handeln gegen AENAs Pläne auf. Die kanarische Regierung, die Inselräte und die Gemeinden sollten gemeinsam auf das Unternehmen einwirken, hieß es.
Cabrera betonte die Dialogbereitschaft der Verbände, forderte gleichzeitig jedoch die Rücknahme oder umfassende Überprüfungen der neuen Gebühr.
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