Der Streit um die Erweiterung des Siam Mall auf Teneriffa geht in die nächste Runde. Nach der gerichtlichen Aufhebung des städtischen Bebauungsplans von Adeje könnten die rund 2500 Quadratmeter zusätzlicher Fläche, die zwischen 2023 und 2024 geschaffen wurden, wieder abgerissen werden.
Grundlage ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der Kanarischen Inseln (TSJC), der das sogenannte „Programa de Actuación sobre el Medio Urbano“ (PAMU) für rechtswidrig erklärte. Dieses städtebauliche Instrument sollte die Bebauungsmöglichkeiten erweitern, genutzt wurde es jedoch, um die gewerbliche Nutzfläche des Einkaufszentrums zu vergrößern, nicht wie gesetzlich vorgesehen, um infrastrukturelle Defizite zu beheben oder städtebaulich beeinträchtigte Bereiche zu entwickeln.
Das Rathaus von Adeje scheiterte mit zwei Berufungsversuchen vor dem Obersten Gerichtshof der Kanaren und dem spanischen Supremo. Dennoch gibt sich der zuständige Stadtrat kämpferisch:
Siam Mall auf Teneriffa könnte teilweise abgerissen werden
Manuel Luis Méndez sagte nach Bekanntwerden der Urteile im Plenum: „Es wird nichts abgerissen.“ Die fertiggestellte Erweiterung habe durch eine damals rechtsgültige Genehmigung Bestandsschutz und sei dem künftigen Stadtplan (PGO) hinzuzufügen.
Parallel dazu läuft ein separates Gerichtsverfahren. Ein Kläger will die vom Rathaus am 26. April 2023 erteilte Baugenehmigung für die Mall-Erweiterung aufheben lassen. In der Begründung heißt es, dass der zugrundeliegende PAMU bereits rechtskräftig kassiert wurde.
Die Klageschrift ging am 14. April 2025 beim Verwaltungsgericht Nummer 3 auf Teneriffa ein. In den Schlussanträgen vom 2. Februar 2026 wird verlangt, die Genehmigung für nichtig zu erklären, da der maßgebliche Baurechtsplan rechtlich nicht mehr existiere.
Die Klägervertretung hält die Baugenehmigung für angreifbar, da zum relevanten Zeitpunkt form- und fristgerecht Widerspruch eingelegt wurde. Daraus folgert die Anwaltskanzlei, dass Artikel 73 der spanischen Verwaltungsgerichtsordnung, der den Schutz abgeschlossener Verwaltungsakte regelt, nicht greife. Der Klagevertreter sagte gegenüber Atlántico Hoy, ein entsprechendes Urteil könne weitreichende Konsequenzen haben: Gebe das Gericht dem Antrag statt, „müsste die Erweiterung abgerissen werden“.
Streit um Siam Mall auf Teneriffa geht weiter
In den im April 2026 eingereichten Schriftsätzen wird dargelegt, dass die Baugenehmigung allein durch den PAMU rechtlich abgesichert war. Mit dem Wegfall dieses Planungsinstruments entfielen auch alle Voraussetzungen für die baulichen Veränderungen.
Die Stadt Adeje hält daran fest, die bereits errichteten Flächen in den künftigen Bebauungsplan zu integrieren. Das Rathaus verweist auf die nachträglich veränderte Rechtslage. Hebt das Gericht im laufenden Verfahren auch die Baugenehmigung auf, droht eine Zwangsrückbauanordnung. Es wäre ein bisher einmaliger Schritt im Süden Teneriffas.














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Siam-Mall: Illegale Erweiterung könnte für Teil-Abriss sorgen
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