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Teneriffa: Unbekannte grillen in Guanchen-Höhlen und zerstören historischen Relikte

In Granadilla de Abona haben Unbekannte mehrere Guanche-Höhlen in Brand gesetzt. Das Feuer zerstörte historische Malereien.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Wichtigste in Kürze:
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  • Unbekannte haben mehrere historische Guanchen-Höhlen in Granadilla de Abona (Teneriffa) in Brand gesetzt und dabei wertvolle archäologische Funde wie Malereien und Relikte zerstört.
  • Die Archäologie-Gruppe Imastanen kritisiert mangelnden Schutz indigener Stätten auf Teneriffa, wo Plünderungen und illegale Nutzungen zunehmen.
  • Als mögliche Brandursache gilt Grillen; die Höhlen wurden zuvor bereits durch illegale Besetzungen, Feiern und bauliche Eingriffe beschädigt.
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Mehrere Guanchen-Höhlen sind in Granadilla de Abona auf Teneriffa angezündet worden. Nach ersten Angaben der Ermittler betrifft der Schaden einen Fundort mit hohem archäologischem und ethnografischem Wert.

Auf einen Hinweis aus der Nachbarschaft hin fuhr die Gruppe für soziale Archäologie, Imastanen, zum Gelände und stellte die Folgen des Feuers fest. Der Brand zerstörte demnach das Innere mehrerer Höhlen nahezu vollständig und verursachte zusätzliche Umweltschäden.

Imastanen zufolge handelt es sich um einen Komplex mit Spuren früher menschlicher Besiedlung: indigene Relikte, Schälchen, Kanäle, Felsgravuren und weitere Überreste, die auf einen dauerhaften guanchischen Lebensraum hindeuten.

Feuer auf Teneriffa zerstört historische Höhlen

Der Ort wurde bisher nicht eingehend untersucht. Der Brand traf damit auch Bereiche, die noch nicht kartiert waren. Imastanen meldete den Vorfall der Denkmalschutz-Abteilung der Inselverwaltung von Teneriffa und listete vermutlich dauerhaft zerstörte Werte auf. Eine gesicherte Brandursache nannten die Archäologen bislang nicht. Als möglichen Auslöser sei bislang Grillen die wahrscheinlichste Erklärung.

Imastanen berichtet, dass der Fundort schon vor dem Brand in schlechtem Zustand gewesen sei. Die Höhlen galten als historisch bedeutsam, seien jedoch von Verfall und Vernachlässigung geprägt gewesen.

Ureinwohner-Relikte auf Teneriffa schlecht geschützt

Imastanen kritisierte erneut, dass Plünderungen, Beschädigungen und die Zerstörung archäologischer Stätten auf Teneriffa inzwischen häufig vorkämen. Das gelte auch für bereits katalogisierte und untersuchte Plätze. Indigene spuren würden nach Einschätzung des Kollektivs verloren gehen.

An dem Ort habe es in den vergangenen Jahren wiederholt illegale Aktivitäten ohne Kontrolle gegeben, darunter auch besetzte Höhlen, die dabei beschädigt worden seien. Nach Räumungen seien Schutzmaßnahmen im Regelfall ausgeblieben.

Die Höhlen seien nicht nur als provisorische Unterkünfte genutzt worden, auch illegale Feiern hätten in den Höhlen stattgefunden. Dabei seien Abfälle zurückgelassen, bauliche Strukturen beschädigt sowie Solarmodule und Zementkonstruktionen eingebaut worden, berichtet das Kollektiv.


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Über den Autor

Teneriffa: Unbekannte grillen in Guanchen-Höhlen und zerstören historischen Relikte

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News, Ihrem Kanaren-Experten seit 2011. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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