Der Atlantik hat am Wochenende auf Teneriffa erneut seine ganze Kraft unter Beweis gestellt: Ein 45-Jähriger war mit seiner achtjährigen Tochter in dem bei schönem Wetter und ruhiger See malerischen Naturschwimmbecken Isla Cangrejo schwimmen. Dann wurde es plötzlich lebensgefährlich.
Das Schwimmbecken ist für seine Gefahr bekannt. Im Dezember kamen dort mehrere Menschen ums Leben. Auch Vater und Tochter wurden am Wochenende von einer plötzlich auftretenden, besonders hohen Welle aus dem Badebereich gerissen.
Nur weil sie sich in letzter Sekunde an Felsvorsprüngen festklammerten, konnten sie verhindern, aufs Meer hinausgezogen oder von den Wellen unter Wasser gedrückt zu werden. Erneut kam es ausgerechnet an einem Tag zum Zwischenfall, an dem die Kanaren-Regierung eine offizielle Wellen-Warnung für den gesamten Archipel ausgegeben hatte.
Schwimmen bei hohen Wellen vor den Kanaren: Experten fordern Sanktionen
Die Region rund um die Gemeinde Santiago del Teide war in den vergangenen Monaten wiederholt Schauplatz tragischer Ereignisse. Innerhalb eines Jahres starben dort sechs Menschen, eine weitere Person gilt als vermisst. Vor allem ein Unfall Anfang Dezember, als vier Touristen ums Leben kamen und ein weiterer verschwand, hat sich tief in das kollektive Gedächtnis eingebrannt.
Nach Angaben der nach den kanarischen Küstenkilometern benannten Vereinigung Canarias 1500 km de Costa, deren Präsident Chano Quintana sich seit Jahren für mehr Sicherheit an Küsten einsetzt, handelt es sich um einen Ort mit besonders hohem Risikopotenzial. Der Vorsitzende bezeichnet die Naturpiscina als schwarzen Punkt der Insel und spricht von einer Art „Russischem Roulette“, das Besucher täglich eingingen.
Quintana fordert ein klares Regelwerk und abgestufte Sanktionen in kommunalen Verordnungen, wenn Warnhinweise und Absperrungen ignoriert würden. Solche Maßnahmen sollen nicht nur informieren, sondern auch abschrecken.
„Kein Rettungsschwimmer“ an gefährlichem Naturpool auf Teneriffa
Quintana betont zudem, dass an der beliebten Badestelle kein professioneller Rettungsdienst stationiert ist. Ein ausgebildeter Rettungsschwimmer könne jedoch oft schon durch seine bloße Präsenz riskante Situationen verhindern.
Die Isla Cangrejo sei international bekannt, vor allem über soziale Netzwerke. Unzählige Videos und Kommentare preisen den Ort als spektakulären Badeplatz an. Die Realität zeige jedoch, dass Schönheit und Gefahr dort eng beieinander lägen.
Zumindest für Vater und Tochter ging die jüngste Rettungsaktion glimpflich aus: Ihr Zustand galt schon bald nach der Rettung als stabil. Beide hatten Glück und erlitten lediglich leichte Verletzungen und Schürfwunden.
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