Auf dem Observatorio del Teide wächst gerade ein Teleskop heran, das mit den klassischen Instrumenten auf den Kanaren wenig gemein hat. Statt eines einzigen großen Hauptspiegels arbeitet der Small ExoLife Finder, kurz SELF, mit 15 einzelnen Spiegeln, die gemeinsam wie ein solcher Hauptspiegel funktionieren. Worum es dabei geht, ist klar umrissen: Man will Technologien erproben, mit denen sich eines Tages Exoplaneten direkt abbilden lassen, also jene Planeten, die ferne Sterne umkreisen.
Der SELF folgt einer segmentierten Bauweise, und genau darin liegt sein Reiz. Jeder der 15 Spiegel lässt sich einzeln nachjustieren, was eine besonders präzise Kontrolle der Lichtwellen erlaubt. Dass dieser Aufwand betrieben wird, hat einen Grund, denn die Technik ist nur ein Zwischenschritt. Am Ende steht ein erheblich größeres Vorhaben, der ExoLife Finder oder ELF, der später in Chile gebaut werden soll.
Beobachten lässt sich der Himmel kaum irgendwo besser als auf den Kanaren, die zu den weltbesten Standorten der Astronomie zählen. Das Observatorio del Teide auf Teneriffa hat sich seine stabilen atmosphärischen Bedingungen erarbeitet, die sich hervorragend eignen, um neue Technik unter realen Bedingungen auf die Probe zu stellen. Eben deshalb soll der SELF ausgerechnet hier entstehen.
Neues Teleskop auf Teneriffa: So funktioniert der SELF
Die Verantwortung für das Projekt liegt beim Instituto de Astrofísica de Canarias, dem IAC in La Laguna, das beide großen Observatorien der Kanaren in seiner Obhut hat. So wächst der SELF in einem Umfeld heran, das seit Jahrzehnten zu den führenden Astronomiezentren Europas gehört.
Im Kern geht es um die direkte Beobachtung von Exoplaneten, und das gehört zu den größten Herausforderungen der modernen Astronomie. Sterne überstrahlen ihre Planeten nämlich um bis zu ein Milliardenfaches. Der SELF erprobt dagegen ein Verfahren, das man sich bildlich wie eine kosmische Sonnenbrille vorstellen kann. Mithilfe der sogenannten Nulling-Interferometrie wird das Licht des Sterns gezielt gedämpft, sodass anschließend das weitaus schwächere Licht eines Planeten überhaupt erst sichtbar wird.
Gedacht ist der SELF als Technologie-Demonstrator. Schlagen die Tests an, wird sich der große ELF in Chile eines Tages gezielt auf die Suche nach Biosignaturen machen, also nach chemischen Hinweisen, die auf Leben im Weltall deuten könnten. Der erste Schritt in diese Richtung wird jetzt auf Teneriffa gemacht, technisch anspruchsvoll und mit einer klaren Vorstellung davon, wohin die Exoplanetenforschung künftig steuert.
















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