Der Untergrund der Kanaren ist zu Wochenbeginn aktiver als üblich. Etwa 50 Kilometer vor der Küste Fuerteventuras erschütterte in der Nacht zu Montag um kurz nach Mitternacht ein erstes Erdbeben der Stärke 3,3 den Meeresboden. Das Zentrum verorteten die Instrumente des spanischen Nationalen Geographischen Instituts (IGN) in rund sechs Kilometern Tiefe. Registriert wurde dieser erste von drei Erdstößen jenseits der Marke von 2 um 0.33 Uhr.
Der Erdstoß fügt sich in ein Muster ein, das die Behörden seit Wochen dokumentieren. In den vergangenen 30 Tagen registrierte das IGN im Kanaren-Raum 94 Beben, was durchschnittlich 3,1 Erdstößen täglich entspricht. In der zurückliegenden Woche waren es 18 Erschütterungen.
Die Summe gilt als normaler Wert, die Stärke jenseits der Marke von 2 gilt für eine Nacht zumindest als leicht erhöht. Denn mit dieser Magnitude wurde nur kurze Zeit später ein weiteres Beben vor El Hierro gemessen. Um 1.26 Uhr Ortszeit erfasste das IGN den Erdstoß in 38 Kilometern Tiefe. Für die Auswertung der Messdaten war das Euro-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) ebenso zuständig wie für einen weiteren Erdstoß etwa zwei Stunden später.
Seismische Aktivität auf den Kanaren weiter normal
Denn am frühen Montagmorgen bebte die Erde vor Fuerteventura erneut, diesmal rund 40 Kilometer vor der Küste und mit einer Stärke von 2,1. Registriert wurde dieser zweite Erdstoß vor der östlichen Kanaren-Insel um 3.22 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag diesmal etwa einen Kilometer tiefer.
Die Kanaren sind vulkanischen Ursprungs, leichte seismische Aktivität gehört dort zum Alltag. Beben mit einer Magnitude zwischen 2 und 3 bleiben von den meisten Menschen unbemerkt und richten keine Schäden an. Liegt ein Erdstoß jenseits der 3, gleichzeitig jedoch weit vor den Kanaren, bleibt er meist ebenfalls unbemerkt. Das IGN und das vulkanologische Institut der Kanaren (Involcan) überwachen den Archipel permanent.
Die mittlere Magnitude der in den vergangenen Tagen registrierten Beben lag bei 1,9. Mit 3,3 lag das stärkere der beiden Erdbeben vor Fuerteventura deutlich über dem üblichen Mittel. Die Seismologen auf den Kanaren sind dennoch unbesorgt.
Erdbeben verteilen sich auf mehrere Kanaren-Inseln
Nach Einschätzung von Fachleuten bedeutet eine erhöhte Zahl einzelner Erschütterungen nicht automatisch steigende Gefahr. Solche Häufungen treten in vulkanisch geprägten Regionen wiederkehrend auf und werden dennoch genau beobachtet. Insbesondere dem Gebiet rund um den Teide auf Teneriffa galt zuletzt erhöhte Aufmerksamkeit aufgrund steigender Aktivität im Untergrund in den vergangenen Monaten.
Die jüngsten Erschütterungen streuen über die gesamte Inselgruppe. In den vergangenen Tagen meldete das IGN unter anderem ein Erdbeben der Stärke 2,1 vor El Hierro sowie ein Erdbeben der Stärke 2,8 vor Lanzarote. Beide Erdstöße lagen ebenfalls im niedrigen Magnitudenbereich. Das Beben der Stärke 3,3 gehört zu den kräftigeren Ereignissen der zurückliegenden Wochen. Die Überwachung durch IGN und Involcan läuft weiter.
















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