Ein Erdbebenschwarm am Teide hat seit Mittwochabend 660 Mikro-Erdbeben auf Teneriffa ausgelöst. Nur ein Bruchteil davon konnte lokalisiert werden, die übrigen Erschütterungen sind wie ein Rumoren drumherum zu verstehen. Damit konnten die Experten auf der größten Kanaren-Insel binnen zehn Tagen 254 Erschütterungen genau festlegen.
Allein am Donnerstag registrierte das spanische Nationale Geographische Institut (IGN) unter den Cañadas del Teide 150 Erdbeben. Diese blieben unter einer Magnitude von 2,0. Auffällig ist damit nicht die Stärke einzelner Ausschläge, sondern ihre Summe. An vier aufeinanderfolgenden Tagen stieg die tägliche Bilanz auf elf, 17, 27 und schließlich 150.
Die Daten stammen aus dem Echtzeit-Katalog des IGN für die Kanarischen Inseln. Der Schwarm konzentriert sich auf ein eng begrenztes Gebiet unter den Cañadas del Teide und ist nach Stand von Donnerstag noch nicht beendet. Experten rechnen weiterhin nicht mit einem kurzfristigen Vulkanausbruch auf Teneriffa, dass es eines Tages dazu komme, sei jedoch sehr wahrscheinlich.
Nächster Erdbebenschwarm am Teide

Leichte seismische Aktivität ist auf den Kanaren als vulkanischem Gebiet grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Gerade deshalb achten Fachleute auf Veränderungen im Muster, wenn sich in kurzer Zeit viele Mikrobeben in derselben Zone häufen.
Das Themenfeld beschäftigt Teneriffa seit längerem. Insbesondere seismische Schwärme am Teide sind dabei immer wieder Thema. Der Leiter des IGN-Ablegers auf Teneriffa, Itahiza Domínguez, spricht von inzwischen abnehmender Intensität. Die bisher letzte vergleichbare Episode habe im Februar stattgefunden. „Es gab sieben dieser Schwärme in nur zwei Wochen“, sagte Domínguez.
Laut dem Experten sei die vulkanische Aktivität höher als beispielsweise vor einem Jahr. Daher wurde die Überwachung intensiviert und engmaschiger gestaltet. Dennoch sei kurz- oder mittelfristig kein Ausbruch zu erwarten.
Ein Vulkanausbruch am Teide ist laut IGN weiterhin wahrscheinlich. Allerdings erst in Zukunft und nicht kurzfristig. Laut dem Forscher werde sich ein solches Ereignis deutlich vorher ankündigen, beispielsweise durch eine starke Verformung des Bodens und deutlich stärkere Beben in kürzeren Abständen.
















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