Der Teide auf Teneriffa wird weiterhin Erdbeben Erzeugen und durch seismische Schwärme erzittern. Das erwartet die Wissenschaft auf der größten Kanaren-Insel. Demnach seien weitere, auch spürbare Erdbeben am Teide möglich. Das ist das Ergebnis der verstärkten Forschung an Spaniens höchstem Berg. Das Nationale Geographische Institut (IGN) sieht es als normal an, dass es am Teide stärker und häufiger rumoren werde. Zuletzt hatten Erdbebenschwärme mit Hunderten Mikrobeben für Aufsehen gesorgt.
„Wir erwarten, dass es weitere Schwärme geben und dass einige Erdbeben zu spüren sein werden“, sagte der Leiter der IGN-Niederlassung auf den Kanarischen Inseln, Itahiza Domínguez. Die Aussage traf der Forscher am Rand einer Sitzung des Notfallplans wegen vulkanischer Risiken, kurz: Pevolca.
Nach zuletzt zunehmend mehr Erdbebenschwärmen informierten die Forscher die entsprechenden Gremien, die daraufhin eine Sitzung einberiefen. Was die Wissenschaft für den aktiven Vulkan Teide erwartet:
Teide-Ausbruch kommt – doch nicht kurzfristig
Domínguez hatte erst Ende Juli mit der Aussage überrascht, dass der Teide ausbrechen werde. Allerdings fügte der Experte sogleich an, dass dies nicht bedeute, eine Eruption würde kurzfristig bevorstehen. Vielmehr ging es dabei um Wahrscheinlichkeiten. Als aktiver Vulkan sei es normal, dass dies passiere. Das bedeute aber nicht, dass es jetzt Gefahr gebe.
Dieser Aspekt stand auf dem aktuellen Treffen im Vordergrund. Erneut wurde betont, dass kein kurz- oder mittelfristiger Vulkanausbruch am Teide bevorstehe. Dennoch vereinbarte die Expertenrunde ein quartalsweises Treffen. Grund dafür sei, dass „die Beobachtung regelmäßig“ erfolgen müsse – ein Zusatz, der aufhorchen ließ.
Teneriffa: Teide wird wieder aktiver
Der Forscher ergänzte nüchtern, dass der Teide in den vergangenen Jahren aktiver geworden sei. Das zeigen nicht zuletzt zehn Erdbebenschwärme allein in diesem Jahr. In der Dekade zuvor war zusammengerechnet gerade einmal die Hälfte dessen gemessen worden.
Anfang des Jahres registrierten die Forscher die stärkste Aktivität unter dem 3718 Meter hohen Berg. Nach einer etwas ruhigeren Phase im Frühjahr schlugen die Messinstrumente im vergangenen Monat wieder vermehrt aus. Die Besonderheit dabei: Laut dem IGN-Leiter seien frühere Schwärme stundenweise aufgekommen. Zuletzt jedoch rumorte es unter dem Teide „zwei Tage lang“.
Die Wissenschaft kommt zu dem Schluss, dass der Teide ein neues Aktivitätsniveau erreicht habe. Konkrete Rückschlüsse lasse dies allein laut Forschung jedoch nicht zu. Das Problem: Zwischen zwei Ausbrüchen lagen bislang stets mindestens 100 Jahre, die strukturierte Überwachung reicht jedoch nur gut zwei Dekaden zurück. Ohne konkrete Daten sei eine genaue Vorhersage, welche Phase das aktuelle Rumoren einläute, unmöglich.
Was jedoch ein stets klares Zeichen für nahe Ausbrüche sei, ist die Verformung des Bodens um viele Zentimeter binnen kurzer Zeit. Auch der Teide wuchs zuletzt zentimeterweise an, jedoch über einen langen Zeitraum. Es herrscht also Druck unter dem höchsten Berg Spaniens, ausreichend groß für einen baldigen Ausbruch ist dieser jedoch laut Wissenschaft weiterhin nicht.















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