Donald Trump könnte der Schlüssel für La Palma sein, in der internationalen Weltraum-Forschung den Spitzenplatz einzunehmen. Nachdem der US-Präsident Gelder für ein Dreißig-Meter-Teleskop auf Hawaii gestrichen hat, brachte Spanien La Palma ins Spiel.
Das „Thirty Meter Telescope“, kurz TMT, gilt als Durchbruch in der Weltraum-Forschung. Entsprechend positiv gestimmt zeigte sich der geschäftsführende Direktor des Thirty Meter International Observatory (TIO), Robert P. Kirshner, am Donnerstag.
Das TMT gilt als wesentliches Werkzeug für die Suche nach Lebenszeichen im Weltall. Untersucht werden sollen Exoplaneten, Schwarze Löcher und dunkle Materie. Und das ist längst nicht alles.
La Palma: TMT bringt nie erreichte Klarheit am Nachthimmel
Mit dem Dreißig-Meter-Teleskop soll es ermöglicht werden, „nach außerirdischem Leben auf Exoplaneten“, also außerhalb unseres Sonnensystems, zu suchen. Das würde das Projekt und mit ihm indirekt auch die Kanaren-Insel zu einem der wichtigsten Orte für die Astrophysik machen. Dessen ist sich auch das Instituto Astrofísico de Canarias (IAC) bewusst und hofft entsprechend auf den Zuschlag.
Das TMT soll als eine Art Erweiterung des bisher größten in Betrieb befindlichem optisch-infraroten Teleskop der Welt fungieren. Das Gran Telescopio Canarias (GTC) steht auf dem Roque de los Muchachos. Zum Vergleich: Der Spiegel des GTC auf Gran Canaria hat einen Durchmesser von 10,4 Metern – also gerade mal gut ein Drittel des auf La Palma geplanten TMT.
Laut Kirshner entsteht so eine beispiellose Abbildungskapazität: „Dank seiner leistungsstarken multikonjugierten adaptiven Optik wird das TMT eine Winkelauflösung nahe der physikalischen Beugungsgrenze des Lichts erreichen, etwa 0,0055 Bogensekunden bei 800 Nanometern“, erklärte der Wissenschaftler.
Bogensekunden sind die Einheit zur Messung des Auflösungsvermögens eines Teleskops. Sie bestimmen also die Fähigkeit, zwei sehr nah beieinander liegende Objekte zu trennen. Die Auflösung hängt von der Öffnung des Teleskops und der Wellenlänge des Lichts ab. Als Faustregel gilt: Je größer die Öffnung und je kürzer die Wellenlänge, desto besser das Auflösungsvermögen in Bogensekunden.
TMT auf La Palma: „Beispiel einer gemeinsamen Vision“
Aufgrund der enormen Leistungsfähigkeit soll das TMT die Beobachtung von Sternpopulationen in nahegelegenen Galaxien in einer bisher unerreichten Klarheit ermöglichen. Die Forschung nähme damit gleich mehrere Meilensteine auf einmal.
Laut Kirshner sei die „internationale Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung, um Projekte dieser Größenordnung Wirklichkeit werden zu lassen“. Das „TMT ist ein Beispiel für diese gemeinsame Vision“, sagte der TIO-Direktor. Aktuell hängt damit alles von Spanien und der EU ab, nicht ähnlich den USA den Geldhahn kurz vor Projektstart wieder zu schließen.
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