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Nur 2% geschafft: Kanaren-Politik versagt beim Wohnungsbau komplett

Im Kampf gegen steigende Immobilienpreise sollten 2703 Sozialwohnungen entstehen. Die Kanaren haben kaum etwas davon geschafft.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Es war wie ein Weihnachtsgeschenk an weniger wohlhabende Einwohner der Kanarischen Inseln: Die Regierung kündigte am 21. Dezember 2020 an, innerhalb von fünf Jahren 1992 Sozialwohnungen zu bauen. In den darauf folgenden Monaten kam die Planung für 711 weitere hinzu.

In Summe wurden damit 2703 Wohnungen bis 2025 angekündigt. Entstanden sind in dieser Zeit gerade einmal 48 davon. Damit haben die Kanaren lediglich zwei Prozent ihres Vorhabens umgesetzt.

In Zeiten der Diskussion über Massentourismus und die Auswirkungen von ausländischen Immobilienkäufen auf den Wohnungsmarkt der Kanaren kommt das nahezu vollständige Ignorieren konstruktiver Pläne für den Wohnungsmarkt des Archipels einem eklatanten Versagen der kanarischen Politik gleich.

Kanaren-Sozialwohnungen: Langsames Bautempo mit Hoffnung

Aufgekommen ist diese Bilanz durch eine Anfrage der Partido Popular (PP) an die Regierung. Die Coalición Canaria (CC) war aufgefordert worden, eine Bilanz des einstimmig verabschiedeten Wohnungsbauplans für Sozialwohnungen zu ziehen.

Wie mau diese Bilanz ausfiel, dürfte selbst einigen Parteimitgliedern bis zur Antwort nicht bewusst gewesen sein. Auf der anderen Seite lässt die Antwort erahnen, dass die Vorhaben zumindest in etwa der doppelten Zeit umgesetzt werden könnten.

Hier stehen die neuen Sozialwohnungen auf den Kanaren

Die 48 bisher umgesetzten Sozialwohnungen stehen hälftig in El Hierros Hauptstadt Valverde und in Ingenio im Westen Gran Canarias. Hinzu sollen neun Wohnungen kommen die von der Kanaren-Regierung nicht gebaut, sondern gekauft wurden.

Sie befinden sich in Santa Lucía, ebenfalls auf Gran Canaria. Die Wohnungen gehörten zuvor der spanischen „Bad Bank“ Sareb. 16 weitere gekaufte Wohnungen stehen in Valleseco und 42 in Yaiza auf Lanzarote. Die Übergabe der zugekauften Wohnungen ist für Anfang 2026 geplant.

Alle übrigen 2588 Wohnungen befinden sich entweder noch in der Entwurfsphase oder sind noch gar nicht ausgeschrieben worden. Einige befinden sich immerhin bereits im Bau.

Durch die Verzögerung bei der Umsetzung wird die Liste der Bedürftigen immer länger. Inzwischen warten 27.000 Menschen auf einen Platz in einer Sozialwohnung. Einige von ihnen gehören zu Familien, womit die Zahl der Wartenden nicht gleichbedeutend mit dem Bedarf an Wohnungen ist. Dennoch liegt dieser deutlich höher als das Angebot – und er steigt kontinuierlich.

Große Töne, kleines Volumen auf den Kanaren

Laut Regierungsantwort wurden 430 Millionen Euro veranschlagt. Für 66 Bauprojekte fehlt allerdings noch ein Finanzplan. Die derzeit wichtigsten in Planung befindlichen Projekte umfassen 23 Millionen Euro für ein Projekt in Cuevas Blancas in Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz für 220 Wohnungen. Weitere 136 sollen für 34 Millionen Euro in Yaiza entstehen und 130 in Tamaraceite Sur in Las Palmas de Gran Canaria. Dort werden 18,9 Millionen Euro veranschlagt. Zudem sind 27 Millionen Euro für 123 Wohnungen in El Paso auf La Palma festgelegt worden.

Der zuständige Minister der Kanaren-Regierung, Pablo Rodríguez (CC), sagt: „Auf den Kanarischen Inseln sprechen wir nicht mehr von Versprechungen, sondern von fertiggestellten Wohnungen.“ Einsicht für ein viel zu langsames Vorwärtskommen klingt anders.

Insbesondere unter dem Eindruck, dass „einer Familie die Schlüssel für ein Haus zu übergeben, einer der emotionalsten Momente ist, die ich als Politiker erlebt habe“, ist das aktuelle Bautempo und die zur Schau gestellte Zufriedenheit in Rodríguez‘ Ministerium kaum nachzuvollziehen.


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Über den Autor

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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