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„Steuer für Leichtsinn“: Kanaren planen Gebühr für unnötige Rettungen

Wer wegen Rücksichtslosigkeit einen Rettungseinsatz auslöst, soll bald Gebühren bezahlen. Die Kanaren bereiten ein entsprechendes Gesetz vor.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 2 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Wichtigste in Kürze:
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  • Die Kanaren planen ein Gesetz, das Gebühren für Rettungseinsätze vorsieht, die durch Leichtsinn oder Rücksichtslosigkeit ausgelöst wurden.
  • Betroffen sind Fälle wie Baden trotz roter Flagge oder Wandern bei Wetterwarnung. Rettungshelikopter kosten mehr als 2000 Euro pro Flugstunde.
  • Die Zahl der Rettungseinsätze ist stark gestiegen, viele davon wären durch verantwortungsvolles Verhalten vermeidbar gewesen.

Wer auf den Kanaren wegen Rücksichtslosigkeit, Leichtsinn oder einen anderweitig vermeidbaren Rettungseinsatz auslöst, soll künftig eine Rechnung erhalten. Das teilte die Regierung der Kanarischen Inseln mit. Man bereite ein entsprechendes Gesetz vor, hieß es.

Rettungseinsätze sind teuer. Und sie haben in den vergangenen Monaten dramatisch zugenommen. Hubschrauber, Boote und Dutzende Personen an Land werden aktiviert, sobald beispielsweise Schwimmer in Gefahr geraten.

Auch in den Bergen müssen oft Helikopter aushelfen, um Personen zu retten, die mit unzureichender Ausrüstung losgelaufen sind. Die Kanaren betonen, dass viele Rettungseinsätze unvermeidbar seien. Doch komme Leichtsinn hinzu, solle künftig das Verursacherprinzip greifen.

Kanaren wollen Leichtsinn „besteuern“

Geplant sei ein „Sanktionsmodell für Rettungen durch Leichtsinn“, heißt es in einem Dokument, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Es stammt aus dem Plan für Katastrophenschutz und Notfälle auf den Kanarischen Inseln, Pevolca.

Retter seien im Regelfall nicht Teil der Ordnungsbehörden. Damit dürfen sie die Personalien nicht strukturiert feststellen. So werde es erschwert, nach einem Einsatz eine Rechnung zu versenden. Und dies solle nun geändert werden.

„Wir sind der Meinung, dass jemand, der rücksichtslos handelt, für einen Einsatz bezahlen sollte“, sagte der für Notfalleinsätze auf den Kanaren verantwortliche Fernando Figuereo: „Es geht nicht darum, jemanden zu bestrafen, der einen versehentlichen Sturz erlitten hat, sondern um Fälle von eindeutiger Fahrlässigkeit“, hieß es weiter. Denn so werde „nicht nur ihr eigenes Leben gefährdet, sondern auch das der Retter“.

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Als Beispiele wurden das Baden an Stränden oder Küsten trotz Roter Flagge genannt. Auch die Nutzung von Wanderwegen während Wetterwarnungen sei fahrlässig und müsse künftig bezahlt werden, sagte Figuereo.

Immer wieder würden Absperrungen umgangen und beispielsweise in gesperrten Naturwasser-Pools gebadet. Auf Lanzarote und Teneriffa hatte das zuletzt mehrfach Rettungseinsätze erfordert. In mehreren Fällen gab es Todesopfer zu beklagen.

Kanaren: Rettung kostet 2000 Euro pro Flugstunde – oft über Tage

„Das ist rücksichtslos“, sagte der Chef der kanarischen Rettung und ergänzte, dass „solche Einsätze je nach Ressourcen teuer“ seien. Pro Flugstunde eines Rettungshelikopters würden mehr als 2000 Euro fällig und diese Kosten müssen derzeit von der Öffentlichkeit getragen werden.

Moisés Sánchez ist Direktor der Rettungszentrale der 112 Canarias. Er spricht von „komplexen Einsätzen“, die „erhebliche zusätzliche Ressourcen erfordern“ würden. Viele dieser Einsätze würden mehrere Tage andauern und einen erheblichen personellen Aufwand bedeuten. Entstehen solche Einsätze durch Leichtsinn, solle dieser künftig sanktioniert werden, forderte auch Sánchez auch im Namen der 112.


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Über den Autor

„Steuer für Leichtsinn“: Kanaren planen Gebühr für unnötige Rettungen

wurde geschrieben von:

Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

Diskussion

Leserkommentare zu:

„Steuer für Leichtsinn“: Kanaren planen Gebühr für unnötige Rettungen


  1. Wolfgang Kempe schrieb am

    Finde ich richtig.

    • Esther Zentrich schrieb am

      Solange es um fahrlässiges Verhalten geht, finde ich das sehr sinnvoll. Solches Verhalten ist nicht nur teuer, es gefährdet auch Gesundheit und Leben Anderer, Helfer wie Nachahmer. Vielleicht hilft es ja auch ein wenig zur Abschreckung vorab.

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