Übernachtungen in touristischen Apartments sind auf den Kanaren im April um fast zwölf Prozent eingebrochen. Das sind rund 260.000 Übernachtungen weniger als im Vormonat. Hinter dem Rückgang stehen weniger ausländische Gäste und kürzere Aufenthalte.
Das liegt auch am Preis. Denn Kanaren-Urlaub ist in den vergangenen Jahren stetig teurer geworden, berichten Branchenverbände. Und das liegt nicht nur am aufgrund des Irankonflikts gestiegenen Kerosinpreis.
Diese Faktoren zusammen senkten die Auslastung der Apartmentanlagen spürbar. Für Urlauber kann das zumindest mittelfristig wieder günstigere Konditionen bedeuten, wenn ein größeres Bettenangebot längerfristig auf eine schwächere Nachfrage trifft.
Übernachtungen in Apartments auf den Kanaren gehen zurück
Auffällig ist zudem ein zunächst scheinbarer Widerspruch: Trotz der sinkenden Übernachtungszahlen beschäftigt der Sektor mehr Mitarbeiter als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Apartmentbranche stieg also, während die tatsächliche Belegung schrumpfte.
Für Vermieter auf den Kanaren bedeutet die Kombination aus weniger Besuchern bei zugleich kürzerer durchschnittlicher Aufenthaltsdauer mehr Wechsel und damit einen höheren Reinigungs- und Verwaltungsaufwand. Das führt auch zu der Mehrbeschäftigung im Sektor.
Wer diese Kosten nicht sauber kalkuliert, droht Verluste im Vergleich zu den Vormonaten zu verbuchen. Hinzu kommt ein weiterhin wachsendes Bettenangebot, was den Preisdruck im Apartment-Segment zusätzlich erhöht.
Tourismus-Verbände auf den Kanarischen Inseln haben sich bisher nicht zu der Entwicklung geäußert. Dafür hat ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der Kanaren (TSJC) jüngst für Wirbel auf den Inseln gesorgt. Es kassierte die Vorgabe aus Madrid, dass 14.200 Ferienunterkünfte geschlossen werden müssen. Dies dürfte in den kommenden Monaten erneut die Debatte um Wohnraum-Umwidmung von normaler monatlicher Vermietung hin zu touristischem Betrieb anfachen.
















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