Die Iran-Eskalation verstärkt die Sorge vor steigenden Preisen für den Kanaren-Urlaub. Im wichtigsten Tourismus-Markt der Inseln, Großbritannien, wird bereits vor teurem Urlaub gewarnt.
Die britische Boulevardzeitung The Sun berichtet am Donnerstag, dass die Krise auf den Kanaren und den Balearen zu Preisanstiegen führen werde, „von Hotels bis zum Bier“, heißt es dort. Auf den Kanarischen Inseln zieht der Bericht bereits im Tourismus-Sektor Kreise.
Doch es herrscht auch Sorge wegen der besonderen Abhängigkeit von Importen. Viele Konsumgüter kommen per Schiff oder Flugzeug auf die Kanarischen Inseln. Steigen Ölpreis und Seetransport, verteuern sich Lebensmittel, Getränke und touristische Dienstleistungen schnell. Das merken dann auch Besucher im Alltag:
Urlaubskosten auf den Kanaren steigen schon
Im Blickpunkt der internationalen Märkte stand zuletzt die Straße von Hormus. Durch die Meerenge laufen etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdöls. Der Rohöl-Preis schwankte in den vergangenen Tagen stark und belastete damit die Energiemärkte.
Der Effekt ist bereits an mehreren Stellen sichtbar. Nach Daten des spanischen Statistikamts INE lag die Jahresteuerung auf den Inseln im Februar noch bei 2,1 Prozent und damit unter dem Landeswert von 2,7 Prozent. Diese Zahlen bilden die jüngste militärische Eskalation im Nahen Osten noch nicht ab.
El Día und La Provincia berichten, die Statistik sei praktisch schon „veraltet“, da der jüngste Sprung bei den Energiekosten fehle. Bereits vor dem neuen Ölpreisschub zeigte sich, wo der Urlaub auf den Kanaren teurer geworden war: Restaurants und Unterkünfte lagen im Februar 6,1 Prozent über dem Vorjahreswert.
Auch Lebensmittel verteuerten sich. Die Preise stiegen auf den Kanarischen Inseln im Februar im Jahresvergleich um 2,7 Prozent. Das lag unter dem Spanien-Schnitt von 3,2 Prozent, bedeutete jedoch bereits höhere Kosten in Supermärkten, Bars und Restaurants.
Spritpreise auf den Kanaren ziehen deutlich an
Am stärksten ist der Anstieg derzeit an den Tankstellen spürbar. Am Freitag wurden Rekordpreise an kanarischen Zapfsäulen gemeldet. Zu Jahresbeginn kostete Superbenzin 95 auf den Inseln im Schnitt noch etwa 1,18 Euro je Liter. Diesel lag je nach Station bei rund 1,12 bis 1,17 Euro.
Anfang März setzte die Trendwende ein. Innerhalb der vergangenen zwei Wochen stiegen die Preise deutlich. Besonders stark verteuerte sich Diesel: In einzelnen Fällen betrug das Plus rund neun Cent pro Liter. Bei Super 98 lag der Anstieg bei bis zu sieben Cent pro Liter.
Trotz der jüngsten Anstiege liegen die Preise auf den Kanaren noch unter dem Festlandsniveau. Auf den Kanaren kostet Benzin je nach Tankstelle noch etwa 1,25 bis 1,30 Euro.
Höhere Preise bei Hotels, Restaurants und Lebensmitteln erwartet
Die Wirtschaft rechnet in den kommenden Monaten mit weiteren Aufschlägen. Santiago Sesé, Präsident der Handelskammer von Santa Cruz de Tenerife, kündigte an, dass „die Preise steigen werden“. Grund sei die erhebliche Abhängigkeit der Kanarischen Inseln von Transport sowie fossilen Brennstoffen.
Nach Einschätzung der Kammer endet der Preisdruck nicht an den Tankstellen. Höhere Energiekosten würden sich schrittweise auf den Einkaufskorb übertragen, auch wegen steigender Kosten im Primärsektor und bei Düngemitteln. Damit dürften nicht nur Mietwagen und Transfers, sondern auch Lebensmittel und die Gastronomie teurer werden.
Die spanische Regierung und die Kanaren beraten bereits über Gegenmaßnahmen. Der Minister für Territorialpolitik, Ángel Víctor Torres, sagte am Freitag, für eine Präsidentenkonferenz bestehe derzeit kein Anlass. Zugleich kündigte er an, dass die Regierungen in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich Entscheidungen treffen und Maßnahmen prüfen würden.














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Kanaren-Urlaub wegen Iran-Krise bald wohl teurer
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