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Freitag, 10. Juli 2026
Kanaren

Kanaren: Jede fünfte Ferienwohnung ist vom Markt, Miete steigt trotzdem

Auf den Kanaren sind binnen eines Jahres 9311 Ferienwohnungen verschwunden. Wie das neue Gesetz greift und warum die Miete trotzdem steigt.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Auf den Kanaren verschwanden binnen eines Jahres 9311 Ferienwohnungen vom Markt, das ist rund jede fünfte.
  • Ein neues Regionalgesetz mit fünfjährigem Moratorium und ein spanisches Register drängten die Ferienvermietung zurück.
  • Die Mieten stiegen trotz der Regulierung um acht Prozent, der Quadratmeter kostete im Mai 2026 durchschnittlich 16,28 Euro.
Unsere Mitglieder sehen hier eine praktische Zusammenfassung

Das kanarische Regionalparlament hat mit einem neuen Gesetz für den Wegfall von jeder fünften Ferienwohnung gesorgt. Die Objekte sind nicht mehr für die Ferienvermietung zugelassen und sollten nach Wunsch der Politik wieder dem normalen Mietmarkt zugeführt werden.

Der Ferienwohnungsmarkt hat damit binnen eines Jahres rund 20 Prozent seines Angebots verloren. Von 47.648 Objekten im Mai 2025 blieben nach Angaben des kanarischen Statistikinstituts (Istac) im Mai dieses Jahres lediglich 38.337 übrig. Damit verschwanden 9311 Ferienwohnungen vom Markt.

Verantwortlich dafür ist das im November 2025 beschlossene und wenige Wochen später in Kraft getretene Gesetz zur nachhaltigen Ordnung der touristischen Wohnungsnutzung. Die Verordnung enthält ein fünfjähriges Moratorium, das neue Objekte vom Markt fernhält. Es gibt bestehenden Betreibern dieselbe Frist zur Anpassung. Zugleich begrenzt es den Anteil der Wohnungen, die in einer Gemeinde ferienvermietet werden dürfen, und stattet die Stadtverwaltungen mit weiteren Befugnissen zur Einschränkung aus.

Ferienvermietung auf den Kanaren: Diese Regelwerke gelten

Zuvor war der Bestand rasant gewachsen: In nur fünf Jahren kamen mehr als 13.000 Objekte hinzu, das Gesamtangebot auf den Kanaren überschritt zeitweise 50.000 Ferienwohnungen. Der Sektor bewegte vor den Regulierungen bei rund 959 Millionen Euro Umsatz. Innerhalb eines Jahres brach der Sektor um ein Drittel ein.



Neben dem kanarischen Gesetz griff auch die spanische Zentralregierung ein. Mit dem Einheitlichen Register für Ferienvermietung (Registro Único de Alquiler Turístico) wurde eine landesweite Kennnummer eingeführt. Diese müssen sämtliche touristisch vermieteten Objekte beantragen, um über Online-Plattformen angeboten zu werden. Der Oberste Gerichtshof der Kanarischen Inseln, der TSJC, erklärte dieses Register im Mai für nichtig, indem er dem Staat die Zuständigkeit absprach.

Die Plattformen entfernten daraufhin zunächst Inserate für Campingzelte, Jurten und Wohnmobile. Später wurden auch Unterkünfte, die die Mindestanforderungen verfehlten, oder denen eine gültige Registernummer fehlte, entfernt. Als besonders belastend galt die Pflicht, die Immobilie im Grundbuch einzutragen, ein Schritt, der für kein Gebäude gesetzlich vorgeschrieben ist.

Parallel verschärfte eine bereits im Vorjahr beschlossene Änderung des Wohnungseigentumsgesetzes (Ley de Propiedad Horizontal) die Lage: Eigentümer benötigen seither eine Vorabgenehmigung der Eigentümergemeinschaft, um überhaupt an Feriengäste vermieten zu dürfen. Zuvor musste die Hausgemeinschaft die Vermietung ausdrücklich verbieten.

Kanaren: Langzeitmieten weiter trotzdem teurer

Erklärtes Ziel der Regulierung war es, den Mangel an Wohnraum für die ansässige Bevölkerung abzufedern, Nachbarschaftskonflikte zu verringern und die Ablehnung eines Teils der Bevölkerung aufzugreifen. Dieser Effekt bleibt bislang aus. Die Mietpreise auf den Kanaren lagen im Mai 2026 um acht Prozent höher als ein Jahr zuvor, der Quadratmeter kostete im Schnitt 16,28 Euro.

Auch die Kaufpreise steigen weiter. Laut dem kanarischen Statistikamt Istac kostete Wohnfläche auf dem freien Markt im ersten Quartal 2026 durchschnittlich 2234 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Zusätzlichen Druck baut die Zentralregierung auf: Sie kündigte an, die Mehrwertsteuer auf Ferienwohnungen auf 21 Prozent anzuheben. Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte diese Mehrwertsteuererhöhung für Ferienwohnungen bereits im Januar 2025 angekündigt, rund 18 Monate lag sie auf Eis.

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