Die Guardia Civil hat ein Netzwerk zerschlagen, das in Spanien illegal Botox verabreichte. Neun Personen wurden festgenommen. Zwei der Festnahmen erfolgten in Las Palmas de Gran Canaria, womit die Operation auch die Kanaren erfasste.
Botulinumtoxin gilt als verschreibungspflichtiges Arzneimittel und darf in Spanien nur durch zugelassene medizinische Fachkräfte in autorisierten Einrichtungen angewendet werden. Das beschlagnahmte Mittel war ohne Genehmigung nach Spanien eingeführt worden, was auf organisierte Schmuggelstrukturen hindeutet.
Das Verabreichen von nicht zugelassenem Botox geht mit erheblichen Gesundheitsrisiken für die Behandelten einher. Weder Herkunft noch Zusammensetzung der kosmetischen Substanz waren laut Ermittlern geprüft.
10.000 Dosen Botox sichergestellt
Im Zuge der Operation stellten die Ermittler 10.000 Dosen Botox sicher. Damit agierte das Netzwerk nicht im Kleinen, sondern als organisierte Bande. Die Aktivitäten sollen sich über mehrere Regionen Spaniens erstreckt haben.
Laut Guardia Civil stehe der Schwarzmarkt für kosmetische Substanzen im Visier der Sicherheitsbehörden. Die Ermittlungen dauern an, um mögliche weitere Hinterleute und Absatzwege zu identifizieren.
Fund in Spanien, Festnahmen auf den Kanaren: Was ist Botox?
Die Anwendung von Botox ist streng reglementiert, bei der Substanz handelt es sich um ein biologisch hergestelltes Nervengift. Es wird in der Medizin und kosmetischen Chirurgie eingesetzt, um Muskeln vorübergehend zu entspannen. Dadurch können Falten geglättet und die Entstehung neuer verhindert werden.
Botox blockiert gezielt die Nervensignale an die behandelten Muskeln. Dadurch zieht sich die Haut darüber glatt, was vor allem dynamische Mimikfalten reduziert. Eingesetzt wird das Mittel vor allem gegen „Zornesfalten“ zwischen den Augenbrauen, Stirnfalten und „Krähenfüße“ an den Augen. Auch zur Linderung chronischer Migräne, Behandlung von Zähneknirschen sowie Stoppen von übermäßigem Schwitzen wird Botox verwendet.















Noch keine Kommentare zu diesem Artikel.