Die Guardia Civil hat im Atlantik einen riesigen Kokain-Fund sichergestellt. Am Wochenende stoppte ein Einsatzteam den Frachter „Arconian“ nahe Dakhla vor der westafrikanischen Küste und eskortierte das Schiff in den Hafen von Las Palmas de Gran Canaria. An Bord befanden sich laut vorläufigen Schätzungen bis zu 45 Tonnen Kokain.
Hintergrund der Aktion sind veränderte Schmuggelrouten. Seit die Polizei die Kontrollen in den großen europäischen Häfen wie Antwerpen, Rotterdam und Algeciras verschärft hat, weichen internationale Drogenringe zunehmend auf transatlantische Schifffahrtswege aus.
Die Kanarischen Inseln gewinnen dadurch für Schmuggler als Transit- und Kontrollpunkt an Bedeutung. Die Drogen werden meist auf hochseetauglichen Frachtern transportiert, die Ladung unterwegs dann auf kleinere Boote umgeladen.
Rekord-Drogenfund vor den Kanaren sichergestellt
Im Frachtraum des Schiffs entdeckten die Einsatzkräfte rund 1500 Pakete mit jeweils 25 bis 30 Kilogramm Kokain. Bislang galt eine Beschlagnahme von 13 Tonnen Kokain in Spanien als größte Einzelaktion an Land. Auf See lag die Rekordmarke bei rund zehn Tonnen.
Im Januar war in Santa Cruz de Tenerife eine vergleichbare Lieferung sichergestellt worden. Der aktuelle Fund übertrifft diese Zahlen deutlich und übersteigt auch viele internationale Vergleichsfälle. Laut offiziellen Zahlen wurden in Spanien in der jüngsten Erfassungsperiode mehr als 123 Tonnen Kokain sichergestellt, rund 15 Prozent davon auf und vor den Kanaren.
Der zuvor größte Kokainfund in der Geschichte Europas wurde im Juni 2024 öffentlich bekannt gegeben. Ermittler stellten im Rahmen der „Operation Plexus“ 35,5 Tonnen Kokain sicher.
Kanaren als Knotenpunkt im Kokainschmuggel
Bei dem Einsatz vor Gran Canaria nahm die Guardia Civil 23 Besatzungsmitglieder fest. Die Crew bestand aus Staatsangehörigen der Philippinen und Angolas. Für den Zugriff setzte die Eliteeinheit UCO das Küstenschiff „Duque de Ahumada“ und das Patrouillenboot „Río Guadiato“ ein.
Der festgesetzte Frachter „Arconian“ ist etwa 90 Meter lang und fährt unter komorischer Flagge. Die Reise begann in Sierra Leone. Offiziell sollte das Schiff Libyen anlaufen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Schmuggelware für Verteilerrouten in Richtung Europa bestimmt war.
Die vollständige Durchsuchung des „Arconian“ läuft am Kai von Las Palmas unter strenger Polizeiüberwachung. Die Festgenommenen wurden dem Haftrichter vorgeführt.













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Größter Kokainfund Europas: 45 Tonnen vor Gran Canaria beschlagnahmt
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