China hat sich als zweitgrößter Handelspartner der Kanarischen Inseln etabliert. Der Boom beim Online-Shopping auf Plattformen wie Temu und Shein sowie weitere Abhängigkeiten und Kooperationen lassen das Handelsvolumen zwischen beiden Regionen deutlich ansteigen.
Aktuell stammen 7,2 Prozent der Importe auf die Kanaren aus China. Das Handelsvolumen stieg damit auf einen Wert von 339 Millionen Euro allein im vergangenen Jahr.
Die Handelsbilanz fällt jedoch stark zugunsten Chinas aus. Importen für 100 Euro aus China stehen seitens der Kanaren lediglich Exporte im Wert von einem Euro gegenüber. Im vergangenen Jahr exportierten die Inseln Produkte im Wert von 21 Millionen Euro nach China, insbesondere Fisch, Meeresfrüchte, Pflanzen, Kleidung und Tabakwaren.
Kanaren mit starkem Handelsdefizit zugunsten Chinas
Ökonom José Manuel Corrales warnt vor den Risiken der wachsenden Abhängigkeit. Bereits mehr als 70 Prozent der technologischen und textilen Komponenten kämen laut dem Branchenexperten aus China. Das mache die Kanaren anfällig für Preisanstiege.
Gleichzeitig eröffnen sich Chancen durch die Einrichtung eines Logistik-Zentrums auf den Kanaren. So könnte China Waren für den Weitertransport zwischenlagern und Wartezeiten beim Handel entsprechend verkürzen.
Kanaren als strategischer Umschlagplatz gegen US-Zölle
Und auch ein weiterer Aspekt spielt eine wichtige Rolle, denn zur Wahrheit gehöre, dass zuletzt nicht China aggressiv auf dem Handelsmarkt aufgetreten sei: „Eine größere Vielfalt an Lieferanten ist ein guter Weg, um angesichts von Trumps Zollkrieg eine gewisse strategische Autonomie zu haben“, sagte Corrales La Provincia.
Lokale Händler sehen die zunehmenden Online-Importe als Herausforderung. Der Einzelhandel auf den Kanaren hat bereits 15 Prozent Marktanteil an internationale E-Commerce-Anbieter verloren.















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