Die kanarische Banane verliert in Europa zunehmend an Relevanz. Als Hauptursache sehen Produzenten und Analysten nicht den Preis, sondern eine Marktöffnung, die Importeure begünstigt. Europäische Erzeuger würden nicht ausreichend geschützt, heißt es.
Für die Landwirtschaft auf den Kanaren geht es um mehr als Absatz. Mit sinkendem Marktanteil wird günstigere Ware aus Übersee zunehmend normal. Der Druck auf einen Sektor, der seit Jahren unter hohen Auflagen und steigenden Kosten arbeitet, wächst damit weiter.
Eine Analyse von Puentia belegt die Entwicklung: Zwischen 2015 und 2024 stiegen die Bananenimporte in die EU um mehr als 25 Prozent. Die europäische Produktion blieb in diesem Zeitraum nahezu konstant. Was das für die EU bedeutet:
Kanaren-Banane im EU-Markt unter Druck
Der Anteil europäischer Ware am Gesamtmarkt sank damit von 13,6 auf 11,3 Prozent. Asprocan, der Zusammenschluss der Bananenerzeuger auf den Kanarischen Inseln, spricht von einem strukturellen Problem. Die Organisation sieht die Ursache in einer Marktöffnung ohne klare Regeln. Europäische Erzeuger müssen strenge Arbeits-, Sozial- und Umweltauflagen erfüllen, während Importkonkurrenz nicht durchgängig unter denselben Bedingungen arbeiten müsse, heißt es.
Diese Aspekte schlagen sich auf den Preis nieder. Doch der allein erklärt die Entwicklung laut Bericht dennoch nicht. Auf den ersten Blick wirkten die Erlöse relativ stabil. Bereinigt um die Inflation verloren jedoch beide Produkte an realem Wert: Importbananen verbilligten sich in zehn Jahren um rund 14,5 Prozent, das europäische Produkt verlor kaufkraftbereinigt mehr als zehn Prozent.
Für die Produzenten heißt das: sinkende Margen bei steigenden Kosten. Durch die gleichzeitig gestiegene Importmenge habe sich der EU-Markt schrittweise verändert und die kanarische Banane werde zunehmend aus den Regalen gedrängt.
Bananen von den Kanaren in der EU auf dem Abstellgleis
Puentia berichtet, dass vorhandene EU-Instrumente zum Schutz des Sektors nur unzureichend wirken. Mechanismen gegen Marktungleichgewichte existierten zwar, ihre Umsetzung verlaufe jedoch langsam und weitgehend wirkungslos.
Selbst wenn vorgesehene Importgrenzen überschritten wurden, seien spürbare Markteingriffe ausgeblieben. Seit 2019 werde das Schutzsystem gar nicht mehr angewandt, womit der Sektor dem Außendruck ohne Absicherung ausgesetzt sei.
Der Bericht wertet den Fall der kanarischen Banane als Beispiel dafür, was bei einer Handelsöffnung ohne funktionierende Schutzklauseln passiere. Die Grundsatzfrage sei nicht mehr ob Märkte geöffnet werden, sondern unter welchen Bedingungen. Puentia plädiert daher für wirksamere Schutzklauseln mit aktuellen Daten, regelmäßigen Kontrollen und schneller Reaktionsfähigkeit.
Das EU-Parlament hat zuletzt einem neuen Schutzmechanismus im EU-Mercosur-Abkommen zugestimmt. Dieser solle Eingriffe ermöglichen, wenn Importe deutlich steigen oder Preise merklich fallen.
Für die Kanaren ist die Debatte auch wirtschaftspolitisch relevant. Es geht nicht nur um ein regionales Produkt, sondern um die Frage, ob die Landwirtschaft auf den Inseln unter europäischen Auflagen gegen billigere Importware mittel- und langfristig bestehen kann.
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2,2 Millionen Kilo für den Müll: Kanaren wollen mehr Bananen produzieren![]()














Leserkommentare zu:
Kanaren-Banane wird in der EU von Billig-Importen verdrängt
Wie schade ist es zu lesen, dass die kanarischen Bananen verdrängt werden. Ich wünschte, man würde sie auch in Deutschland bekommen. Sie sind an Geschmack und Süße mit den importierten Bananen nicht zu vergleichen, nichtmal mit der Demeter-Bioqualität. Ich liebe diese Bananen. Vermutlich passen sie nicht ins Bild der Verbraucher in Deutschland, oft sind sie kleiner, die Schale hat mehr Druck und Schurfstellen, nach außen hin scheint sie nicht perfekt zu sein. Ich hoffe, sie gewinnt wieder an Beliebtheit, denn ihre inneren Werte sind unschlagbar gut.
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