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Donnerstag, 16. Juli 2026
Loro Parque Teneriffa

Loro Parque erntet Protest für geplanten Orca-Transfer nach Teneriffa

Der geplante Transfer zweier Orcas in den Loro Parque auf Teneriffa sorgt für Protest. In Madrid wurden am Dienstag zwei Kundgebungen abgehalten. Spanien lehnt den Transfer ab, Frankreich hat die Entscheidungshoheit.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Tierschützer kündigen für Dienstag zwei Kundgebungen in Madrid an, um den Transfer zweier Orcas in den Loro Parque zu verhindern.
  • Die Orcas Wikie und Keijo stammen aus dem geschlossenen Marineland in Antibes. Zwölf Große Tümmler sollen von dort nach Valencia und Málaga verlegt werden.
  • Spanien lehnt den Transfer in einem Gutachten ab, doch die endgültige Entscheidung liegt nach EU-Recht bei Frankreich.
Unsere Mitglieder sehen hier eine praktische Zusammenfassung

Tierschutzorganisationen haben am Dienstag zwei Kundgebungen in Madrid abgehalten. Sie wollen den Transfer zweier Orcas in den Loro Parque auf Teneriffa verhindern. Betroffen sind Orca-Mutter Wikie und ihr Sohn Keijo sowie zwölf Große Tümmler. Die Tiere sollen aus Frankreich nach Spanien gebracht werden.

Die Meeressäuger stammen aus dem „Marineland“ im französischen Antibes, dem einst größten Meerespark Europas. Die Anlage schloss im Januar 2025 ihre Pforten, nachdem ein 2021 verabschiedetes Tierschutzgesetz in Frankreich Delfin-Shows und die Zucht in Gefangenschaft verboten hatte.

Die Tiere leben seither ohne Publikum in den Becken und den einhergehenden Kosten stehen keine Einnahmen mehr gegenüber. Vorgesehen ist daher, Wikie und Keijo in den Loro Parque in Puerto de la Cruz zu bringen, während die zwölf Großen Tümmler auf die Parks Oceanogràfic in Valencia und Selwo Marina in Málaga aufgeteilt werden sollen.

Orcas nach Teneriffa? Frankreich bestimmt

Vor dem Nationalmuseum für Naturwissenschaften (CSIC-CITES) fand die erste Kundgebung zwischen 10 und 12 Uhr statt. Die Organisationen forderten, dass Spanien seine ablehnende Haltung beibehält. Das spanische Ministerium für ökologischen Wandel hatte ein wissenschaftliches Negativgutachten zum Orca-Transfer erteilt, das auf technischen Kriterien zu Tierwohl und Artenschutz beruht. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch nicht allein bei Spanien.



Nach europäischem Recht könnte Frankreich bestimmte Ausnahmen geltend machen, um das spanische Vorab-Genehmigungsverfahren zu umgehen. Der französische Amtskollege, Minister Mathieu Lefèvre, drängt auf eine schnelle Lösung: „Jeder Tag der Untätigkeit erhöht das Risiko eines katastrophalen Szenarios, das zur Euthanasie der Orcas führen würde.“

Das zuständige spanische Ministerium widersprach unterdessen der Darstellung, der Transfer sei bereits gebilligt. „Es kann nicht behauptet werden, dass der Transfer von Spanien genehmigt ist“, hieß es aus dem Ministerium. Die endgültige Entscheidung liege ausschließlich bei Frankreich, im Rahmen des europäischen und nationalen Rechts.

Streit um Orcas im Loro Parque auf Teneriffa geht weiter

Während der Proteste wurde eine Delegation der Organisationen beim französischen Konsulat von Olivier Delteil empfangen, einem hochrangigen Vertreter des für Umwelt und Natur zuständigen Ministeriums der französischen Regierung. Ihm wurde ein Brief gegen den Transfer übergeben.

Der Loro Parque gehört dem deutschstämmigen Unternehmer Wolfgang Kiessling. Der Tier¥garten beherbergt bereits vier Orcas. Parkvertreter erklärten, man wolle Wikie und Keijo aus moralischer Verantwortung aufnehmen, nicht aus wirtschaftlichen Interessen. Daher fordert der Loro Parque die Zustimmung der spanischen Regierung, um die rechtliche Sicherheit zu gewährleisten.

Frankreich prüft mehrere Optionen für Orcas aus Marineland

Ein Bericht der französischen wissenschaftlichen Behörde hatte mehrere Optionen für die Tiere erwogen, darunter den Transfer in ein Schutzgebiet in Kanada. Zu den unterstützenden Organisationen der Kundgebungen zählen Océanos de Vida Libre, Capitán Paul Watson Spain, Imagine Canarias, PRODA und España Animal Save. Gegen den Transfer der beiden Orcas nach Loro Parque haben sich zudem PETA und die Fundación Franz Weber positioniert.

In den vergangenen Jahren sind im Loro Parque auf Teneriffa vier Orcas gestorben. Tierschützer werfen dem Tiergarten vor, er unternehme alles, um sein Orca-Programm aufrechtzuerhalten, während andere Unternehmen wie Sea World bereits vor Jahren ihre Abkehr von der Schwertwal-Zucht zu kommerziellen Zwecken bekannt gegeben hatten.

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