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Migration: Kanaren wollen Minderjährige nach Marokko abschieben

Die Kanarischen Inseln wollen minderjährige Migranten nach Marokko schicken. Die dortige Politik signalisiert Interesse an einem solchen Abkommen.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Die Kanaren gehen neue Wege beim Umgang mit minderjährigen Migranten. Nachdem man sich von Spanien im Stich gelassen fühlt, wird nun ein Abkommen mit Marokko forciert. Unbegleitete Minderjährige sollen so nach Afrika abgeschoben werden.

Für die Kinder und Jugendlichen bedeutet das nach der lebensgefährlichen Überfahrt und mitunter vielen Monaten in Auffanglagern möglicherweise eine Rückreise nach Afrika. Marokko übernimmt dann die Verantwortung für die Minderjährigen.

Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, hatte bei einem Treffen mit dem marokkanischen Außenminister Nasser Bourita über die mehr als 5400 Kinder unter der Obhut der Kanaren und die Überbelegung der Aufnahmezentren berichtet. Im Nachgang vereinbarten die beiden Politiker eine Kooperation. Und so soll sie aussehen:

Kanaren und Marokko wollen Abkommen über Minderjährige Flüchtlinge schließen

Marokko wolle unbegleitete minderjährige Migranten aufnehmen. Clavijo sagte nach dem Treffen: „Der Minister hat Perspektiven aufgezeigt. Wir werden mit der spanischen Regierung sprechen müssen. Es gibt wichtige und sehr hoffnungsvolle Wege mit einer klaren Botschaft an die Mafia.“.

Gemeint ist, dass Schleuser keine Geschäfte mehr mit Kindern und Jugendlichen machen können sollen. Sobald sich herumspricht, dass diese nicht in Europa bleiben, sondern zurückgebracht werden, könne das Geschäft der Schleuser einbrechen.

Marokko will minderjährige Migranten der Kanaren übernehmen

Marokko habe über Bourita den klaren Willen signalisiert, die minderjährigen Migranten „ab morgen“ aufzunehmen, sagte der Präsident der Kanaren. Marokko forderte jedoch eine Klärung der gesetzlichen Lage der entsendenden EU-Länder – in dem Fall also mit der spanischen Regierung und übergeordnet mit der EU.

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Marokkos Außenminister sagte, dass Rückführungen dieser Art bereits mit Spanien und Frankreich diskutiert worden seien. Damals sei klar geworden, dass „Gesetzeslücken gefunden“ werden müssten. Die Aufnahme sei eine „gemeinsame Verantwortung“ der Herkunfts-, Transit- und Aufnahmeländer, sagte Bourita.

Für Clavijo sei eine solche Kooperation lohnenswert für beide Seiten. Der Kanaren-Präsident betonte zudem die „enormen Anstrengungen“ Marokkos, viele Migrationsversuche zu beenden und Boote zu stoppen sowie gegen Schleuser vorzugehen.

Für Clavijo war es die zweite Reise nach Rabat innerhalb der aktuellen Legislaturperiode. Man habe nebenbei auch eine engere Zusammenarbeit für gemeinsame Klimaziele vereinbart und die Förderung von Allianzen in Wissenschaft und Innovation besprochen, sagte das kanarische Oberhaupt. Doch das wichtigste Thema bleibe aktuell die Migration.


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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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