Luc André Diouf hat am Dienstag mehr Geld für die Entwicklungszusammenarbeit mit den afrikanischen Herkunftsländern gefordert. Die Menschen bräuchten dort bessere Chancen, sich persönlich und beruflich zu entwickeln, sagte der aus Senegal stammende Politiker vor einem Treffen mit Vertretern der Spanischen Flüchtlingshilfskommission CEAR in Las Palmas de Gran Canaria. Spanien und die westafrikanischen Staaten arbeiteten bereits zusammen. Das zeige Wirkung und halte auch Cayucos von der Abfahrt ab.
Mit weiteren Ankünften rechnet Diouf trotzdem. Der PSOE-Migrationsbeauftragte verwies auf den stärkeren Zustrom von Booten zu den Kanaren in den vergangenen Wochen. Die Meeres- und Wetterbedingungen in diesem Teil des Atlantiks eigneten sich zu dieser Jahreszeit für die Überfahrt.
Eine Überlastung der Aufnahmezentren auf den Kanaren wies der PSOE-Kandidat für ein erneutes Abgeordnetenmandat für Las Palmas zurück. Das Betreuungsnetz für Migranten sei derzeit nicht überlastet. Als die Sozialisten 2019 Spaniens Regierung übernommen hätten, habe es nur wenige Einrichtungen gegeben. Mittlerweile stehe ein ganzes Netz bereit. Der Staat überweise dem Archipel auch die nötigen Mittel, um die aus Afrika angekommenen Menschen zu versorgen.
Kanaren: Diouf fordert Verteilung und Schutz von Migranten
Damit antwortete Diouf auf die Kritik des kanarischen Regierungschefs Fernando Clavijo von der Coalición Canaria an der Migrationspolitik unter Ministerpräsident Pedro Sánchez. Clavijo solle die mit ihm regierende PP in die Pflicht nehmen und eine Verteilung der Migranten auf andere Teile Spaniens verlangen, sagte Diouf. So lasse sich eine mögliche Überbelegung auf den Inseln vermeiden.
Auch gemeldete Misshandlungen und andere Versäumnisse in Einrichtungen für minderjährige Migranten kamen zur Sprache. Solche Fälle seien bedauerlich und verwerflich, sagte Diouf. Kinder seien der schwächste Teil der Migration. Sie dürften nicht so behandelt werden und brauchten eine angemessene Betreuung.
An dem Gespräch nahm auch Juan Carlos Lorenzo teil, der CEAR auf den Kanaren leitet. Seine Organisation verlangt von den Parteien bei den Parlamentswahlen in diesem Monat, den Europäischen Migrations- und Asylpakt so umzusetzen, dass die Rechte der Betroffenen gewahrt bleiben. Noch sei unklar, wie der Pakt angewendet werde, sagte Lorenzo. Die Forderung ist Teil eines Zehn-Punkte-Plans zu Migration und politischem Asyl, den CEAR den Parteien für ihre Wahlprogramme vorgelegt hat. Nach Dioufs Angaben hat die PSOE mehrere Vorschläge übernommen. Lorenzo warnte vor Rückschritten. Die öffentliche und politische Debatte befinde sich in einer heiklen Phase. Das gelte auch für Maßnahmen, die aus einer wenig rechtsstaatlichen Anwendung des europäischen Pakts entstehen könnten.
















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