Die ULPGC hat in diesem Studienjahr 4385 neue Studenten aufgenommen. Das ist der höchste Wert seit zehn Jahren. Fast 90 Prozent beträgt die akademische Erfolgsquote. 84 Prozent der Absolventen waren in den ersten zwei Jahren nach ihrem Abschluss berufstätig. Für Forschungsprojekte warb die Universität mehr als 25 Millionen Euro ein, der Wissenstransfer brachte rund 4,6 Millionen Euro.
Am Freitag verlangten Lluís Serra und Francisco García im Parlamentsausschuss für Universitäten, Wissenschaft, Innovation und Kultur eine ausreichende, auf Jahre verlässliche Finanzierung. Serra leitet die Universität Las Palmas de Gran Canaria, García die Universität La Laguna. Einen Blankoscheck forderten sie nicht. Serra sagte: «Und wir müssen dabei Rechenschaft ablegen, denn wenn wir über Finanzierung sprechen, verlangen wir keinen Blankoscheck, sondern fordern Mittel, die verantwortungsbewusst eingesetzt werden». Messbare Ziele, Kontrollen und Rechenschaftspflichten akzeptieren die Hochschulen. Sie wollen ihre Strukturkosten decken, den Betrieb sichern und nicht jedes Jahr neu um das Grundbudget ringen. Es geht um Stabilität und Planbarkeit.
Die Unterschiede bezifferte García am Beispiel der ULL. La Laguna erhält für 21.000 Studenten 181,5 Millionen Euro. Der Universität der Balearen stehen bei 15.000 Studenten 203 Millionen Euro zur Verfügung. Nach einer proportionalen Zuweisung käme die ULL laut García auf 284 Millionen Euro. Trotz der schmalen Kasse arbeitet sie an Innovationen und ihrer künftigen Ausrichtung. Sämtliche Studiengänge wurden geprüft und an neue Anforderungen angepasst. Nötig seien laut ULPGC-Rektor Lluís Serra, der García zustimmte, eine tragfähige Finanzstruktur, eine gefestigte Grundsatzvereinbarung mit der kanarischen Regierung und ergänzende Maßnahmen für die Aufgaben der Inseln.
Kanaren: Hochschulfinanzierung bleibt hinter Forderung zurück
Eine solche Grundsatzvereinbarung zur mehrjährigen Finanzierung haben die beiden Universitäten und die kanarische Regierung bereits geschlossen. Die Hochschulen setzten rund 315 Millionen Euro an. Im Entwurf des Regionalhaushalts 2027 stehen 301,6 Millionen Euro. Ein Änderungsantrag sieht weitere zehn Millionen Euro vor. Serra will nun das «Kleingedruckte» genau lesen.
Pro Student bekommen die öffentlichen Universitäten auf den Kanaren laut Serra 9228 Euro für strukturelle Ausgaben. Spaniens Durchschnitt liegt bei rund 9500 Euro und damit weit unter dem europäischen Niveau. Serra stellte die Hochschulen nicht gegen Gesundheitswesen, Sozialleistungen oder Wohnungsbau. Dort werden schließlich Ärzte, Pflegekräfte, Ingenieure, Lehrer, Sozialarbeiter, Juristen und Wissenschaftler ausgebildet. Das Geld versickere nicht in der Verwaltung, sondern sei «eine Investition in die Zukunftskompetenzen der Kanarischen Inseln».
Öffentliche Universitäten setzen auf Zukunftsfächer und Chancengleichheit
Selbstzufriedenheit weist Serra trotzdem zurück. Weniger Bürokratie, bessere Berufschancen, das Gewinnen und Halten von Talenten sowie engere Drähte zu Unternehmen und Behörden stehen auf seiner Liste. Auch neue Studienangebote sollen entstehen, vor allem für künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Energiewende und blaue Wirtschaft. Forscher sollen bleiben. Labore müssen moderner werden, genügend Lehrkräfte verfügbar sein.
Kein talentierter junger Kanario soll auf ein Studium verzichten müssen, weil seine Familie weder eine private Hochschule noch eine Ausbildung außerhalb der Inseln bezahlen kann. Für Serra schafft die öffentliche Universität Chancengleichheit und sozialen Aufstieg. Entscheidend sei nicht nur die Summe, sondern auch der Beitrag der Hochschulen zur Zukunft der Kanaren. Begonnen hatte die Ausschusssitzung mit einer Schweigeminute für die verstorbene CC-Abgeordnete Cristina Calero. Sie hatte ihre Fraktion in diesem Themenbereich vertreten.
















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