Die Staatsanwaltschaft hat auf den Kanaren 2025 genau 133 Verfahren wegen Tötungsdelikten und Mordes registriert. Ein Jahr zuvor waren es 113, im Jahr 2021 erst 68. Der Zuwachs lag damit bei 17,7 Prozent binnen eines Jahres und bei 95 Prozent seit 2021.
Generalstaatsanwalt Jaime Serrano-Jover González legte die Zahlen am Freitag in einem Ausschuss des Kanarischen Parlaments vor. Es war sein erster Jahresbericht seit der Ernennung im vergangenen Mai. Quer durch alle Deliktsbereiche leitete die Staatsanwaltschaft 2025 insgesamt 121.753 Vorverfahren ein. Das waren 3,3 Prozent mehr als 2024 und 12,6 Prozent mehr als 2021.
Besonders sticht Las Palmas heraus. Dort kletterte die Zahl der Straftaten gegen das Leben um 35 Prozent von 55 auf 74. Die Tötungsdelikte nahmen von 54 auf 66 zu, die Morde von einem auf acht. In Santa Cruz de Tenerife fiel der Anstieg mit 1,7 Prozent weit kleiner aus: von 58 auf 59 Fälle. Dabei sank die Zahl der Tötungsdelikte von 56 auf 54, die der Morde sprang von zwei auf fünf.
Kanaren: Staatsanwalt fordert mehr Prävention und Opferschutz
Serrano-Jover nannte diese Entwicklung «äußerst besorgniserregend». Eine genaue Erklärung für den Anstieg habe er nicht. Er verlangte mehr Aufklärung und Prävention. «Wir haben es mit einer Gesellschaft zu tun, die zuweilen aus den Fugen geraten ist», sagte der Generalstaatsanwalt zur Kriminalitätsentwicklung. Allein mit dem Strafrecht lasse sich das Problem nicht lösen.
Auch die Verfahren wegen Straftaten gegen die sexuelle Freiheit haben zugenommen. Knapp 2600 Vorverfahren eröffnete die Staatsanwaltschaft 2025, in beiden Provinzen jeweils rund 20 Prozent mehr. Bei Opfern unter 16 Jahren wuchs die Zahl um 42 Prozent, von 332 auf 472. Serrano-Jover nannte dies «eine Ungeheuerlichkeit».
Bei geschlechtsspezifischer Gewalt verwies er auf viele Freisprüche in Prozessen ohne vorherige Einigung. Manche Opfer stiegen womöglich aus dem Verfahren aus, weil sie nicht ausreichend betreut würden. Serrano-Jover forderte besseren Schutz. Auch Übergriffe auf Lehrkräfte hätten zugenommen. Ihr strafrechtlicher Schutz müsse gestärkt werden.
Cyberkriminalität wächst, Staatsanwaltschaft fordert mehr Personal
Die Vermögensdelikte sanken um sechs Prozent. Bei Betrugsfällen durch Cyberkriminalität meldete die Staatsanwaltschaft dagegen einen «exponentiellen Anstieg». Im Zivilbereich kamen 681 Verfahren zur Gewährung von Unterstützung hinzu. Mehr als 600 Menschen blieben trotz ärztlicher Entlassung in Krankenhäusern. Serrano-Jover führte das auf fehlende sozialmedizinische Ressourcen zurück.
Für die wachsende Arbeit braucht die Staatsanwaltschaft nach seiner Forderung stabile Personalbestände, zusätzliche Stellen für Staatsanwälte und mehr Geld für die Opferhilfe. Auch die Infrastruktur müsse besser werden. Serrano-Jover erinnerte an Forderungen aus früheren Jahresberichten: neue Gerichtsgebäude in Santa Cruz de Tenerife und Puerto del Rosario auf Fuerteventura.
















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