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Imker schlagen Alarm: So werden Sie bei „Kanaren-Honig“ reingelegt

Imker auf den Kanaren schlagen Alarm: Betrüger versehen Billig-Honig mit kanarischer Flagge und verkaufen ihn für bis zu 15 Euro pro Glas. Wie Sie echten Kanaren-Honig erkennen.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Label „Islas Canarias“ wird erneut missbraucht. Nachdem die Behörden bei kanarischen Aloe-Vera-Produkten bereits vor Jahren Betrug einen Riegel vorgeschoben haben, schlagen jetzt Imker Alarm. Denn Honig von den Kanaren gilt als Delikatesse. Doch nicht jeder, der kanarischen Honig kauft, bekommt ihn auch.

Billigimport-Honig landet zunehmend mit kanarischer Flagge auf dem Etikett in Touristenläden und Supermärkten. Der Preis steigt dann drastisch. Die Imker auf den Kanaren berichten von einem Einkaufswert von etwa drei Euro. Durch das neue Etikett werde der Honig dann für bis zu 15 Euro verkauft – und zwar pro Glas. Der Inhalt jedoch stamme weder ganz noch teilweise von den Inseln.

Der Sektor kämpft derzeit an mehreren Fronten: Dürren, Waldbrände und der Verlust natürlicher Lebensräume der Bienen haben die Produktion in den vergangenen Jahren erheblich belastet. Hinzu kommt nun der wirtschaftliche Schaden durch unlautere Konkurrenz. Doch die ist durchschaubar:

Kanaren-Imker: So erkennen Sie Betrüger-Honig

Die Imkerei auf Teneriffa hat eine lange Geschichte. Die Tradition reicht bis zur spanischen Eroberung der Inseln zurück und ist seither eng mit europäischen Bienenstöcken verknüpft. Die Insel bietet dank ihrer verschiedenen Klimazonen und Höhenlagen bis zu mehr als 3000 Metern außergewöhnliche Voraussetzungen für die Honigproduktion.

Endemische Pflanzen wie der Teide-Natternkopf (Tajinaste) und die Kanarische Kiefer geben den lokalen Honigen ein unverwechselbares Aroma-Profil. Gleichzeitig ist die Arbeit der Imker wenig sichtbar: Sie verteilt sich über die gesamte Insel und hängt vollständig von den Bedingungen der jeweiligen Umgebung ab.

Die Arbeit gilt als aufwendig, entsprechend hoch ist der Preis. Betrügerische Händler kaufen derweil günstige Honige ausländischer Herkunft, versehen sie mit kanarischen Symbolen und verkaufen sie zu Preisen, die echten Qualitätshonig aus der Region suggerieren, dabei jedoch lediglich den Gewinn der Schwindler erhöhen.

Das Vorgehen ist dabei kein Einzelphänomen: Re-Etikettierung von Honig mit falschen Herkunftsangaben gilt im europäischen Lebensmittelhandel als bekanntes Betrugsmuster. Käufer erkennen den Unterschied am Regal kaum, da die Aufmachung und der Preis gleichermaßen auf ein regionales Produkt hindeuten, ohne dass dies zutrifft.

So erkennen Sie echten Kanaren-Honig

Echter kanarischer Honig ist über eine „Denominación de Origen Protegida“ (DOP), also eine geschützte Ursprungsbezeichnung, zertifiziert. Nicht alle Imker benutzen es. Andersherum ist klar: Ist das Siegel auf dem Glas, handelt es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Honig mit Produktion und Verarbeitung auf den Kanarischen Inseln.

Wer auf den Kanaren Honig kauft, sollte daher gezielt nach diesem Zertifikat Ausschau halten und nicht allein der Aufmachung oder dem Preis vertrauen. Alternativ führen kleine Geschäfte lokaler Imkereien auf den Inseln im Regelfall ebenfalls eigenen Honig von vor Ort.

Insbesondere in Souvenirläden und touristisch geprägten Verkaufsstellen tauchen hingegen häufiger Produkte auf, deren Etikettierung regionalen Ursprung suggeriert, ohne dass eine offizielle Zertifizierung vorliegt, heißt es aus den Imker-Verbänden der Inseln.

Der zuständige Minister, Valentín González, sagt, dass „der Wert der bestäubenden Wirkung von Bienen auf unsere Pflanzen zehn bis 20 Mal höher“ sei „als der wirtschaftliche Wert der direkten Honigproduktion“. González betont damit den Wert der lokalen Bienen für die Landwirtschaft. Gleichzeitig legt sein Ministerium Wert auf Qualität beim Kanaren-Honig.

Echter Kanaren-Honig hat seinen Preis

Für Residenten und Urlauber gilt: Ein Preis von zwölf bis 15 Euro für ein Glas Honig mit Kanaren-Flagge ist zwar ein stolzer, nach Dürren, Waldbränden und aufgrund der schwierigen Produktion nachvollziehbarer Preis für echten kanarischen Honig. Allein der Preis bleibt jedoch weiterhin kein Qualitätsmerkmal.

Der Griff zu einem Produkt mit nachweisbarer Herkunftsbezeichnung schützt sowohl vor dem Etikettenbetrug als auch die lokalen Imker, die unter schwierigen Bedingungen arbeiten und durch die Konkurrenz gefälschter Produkte derzeit wirtschaftlichen Schaden nehmen.


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Über den Autor

Imker schlagen Alarm: So werden Sie bei „Kanaren-Honig“ reingelegt

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News, Ihrem Kanaren-Experten seit 2011. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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