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Donnerstag, 22. Oktober 2026
Teneriffa

Sian Proctor in Arona: Weltraumlösungen helfen auch der Erde

Die Astronautin Sian Proctor wirbt auf Teneriffa für ressourcenschonende Raumfahrt. Vor dem Mars soll der Mond zum Labor werden, auch für Lösungen, die auf der Erde misslungen sind.
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  • Astronautin Sian Proctor warb beim Starmus-Festival in Arona für eine Raumfahrt, die Ressourcen schont.
  • Proctor fordert, zuerst zum Mond zurückzukehren und ihn als Labor zu nutzen, bevor Menschen zum Mars aufbrechen.
  • Die Astronautin sieht in der Raumfahrt keine Flucht von der Erde, sondern eine Chance, alte Fehler nicht zu wiederholen.
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Astronautin Sian Proctor hat beim Starmus-Festival auf Teneriffa für eine Raumfahrt mit sparsamem Ressourceneinsatz geworben. Was Menschen für das Leben im All entwickeln, könne auch Probleme auf der Erde lösen, sagte die US-amerikanische Geowissenschaftlerin in Arona.

Proctor kennt den Weltraum. Drei Tage verbrachte sie an Bord von «Inspiration4», der ersten Orbitalmission mit einer rein zivilen Besatzung. Sie flog als erste afroamerikanische Frau ein Raumschiff und als erste Pilotin ein kommerzielles Raumfahrzeug.

Die großen Aufgaben liegen für Proctor bei Nahrung, Wasser und Energie, aber auch bei Ressourcen und Abfall. Außerhalb der Erde zählt jedes Gramm. Lösungen müssten dort besonders effizient sein und später auch dem Planeten helfen, der ihre Entwicklung erst nötig gemacht habe. Dazu gehören geschlossene Wasserkreisläufe, eine Lebensmittelproduktion mit wenig Einsatz, wiederverwendbare Materialien und weniger Müll. «Es gibt keinen besseren Planeten als die Erde», sagte sie.

Raumfahrt: Mond soll Weg zum Mars vorbereiten

Der Mars ist für Proctor ein Ziel der Menschheit. Aber nicht um jeden Preis. Und nicht überstürzt. Zuerst müsse der Weg zurück zum Mond führen. Dort gelte es, Infrastruktur zu bauen und das Leben und Arbeiten in einer extrem lebensfeindlichen Umgebung zu lernen, ohne die Freude auszusperren. Der Mond könne zum Labor werden für Dinge, die auf der Erde misslungen seien. Leistungsfähigere Roboter sollten unterdessen den Mars auf die spätere Ankunft von Menschen vorbereiten.



Als Flucht vor den Umweltproblemen der Erde taugt die Raumfahrt nach Proctors Ansicht nicht. Sie soll helfen, alte Fehler nicht zu wiederholen. Auch Siedlungen auf Mond oder Mars dürften keine bloßen Überlebenskapseln für Astronauten und Ingenieure werden. Menschen nähmen mehr mit als Technik: Essen, Kunst, Musik, Bräuche und verschiedene Weltanschauungen. Ein Kind, das heute vom Beruf des Kochs träume, könne später auf dem Mond oder Mars kochen. Proctor selbst hat bereits Pizza im All gegessen. Nun hofft sie auf eine Pizza auf dem Mond.

Zur Raumfahrt kam sie über ihren Vater. Er arbeitete während des Apollo-Programms für die NASA an einer Bodenstation auf Guam. Proctor will mehr Menschen und andere Profile an der Weltraumforschung beteiligen. Einen Wettstreit zwischen professionellen und kommerziellen Astronauten sieht sie nicht. Die Aufgaben ergänzten sich. Zum Gefüge gehörten ebenso Menschen, die Raketen entwickeln, am Boden arbeiten oder Wissen aus Fächern beisteuern, die zunächst fern der Raumfahrt liegen. Ihr Ziel ist ein gerechter, ausgewogener, vielfältiger und inklusiver Weltraum, dessen Nutzen der gesamten Menschheit auf der Erde zugutekommt.

Dieser Beitrag

«Teneriffa: Raumfahrt soll Lösungen für die Erde liefern»

OrtArona (Teneriffa)

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